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 Diese Seiten sind nur noch eine Dokumentation des Eineweltnetz.org,
das vor allem die Projekte im Jahr 2003 dokumentiert.
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Autor:
fritz-letsch.de  letzte Überarbeitung Sept 2004

Aktuelles nun auf http://home.arcor.de/letsch/homepage.htm

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ein netz braucht tausende von knoten ... ich = einer

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theater-methoden im einsatz

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PARTIZIP Beteiligung
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Forum zu partizipativen Arbeitsweisen wie Theater, Gemeinsinn und Moderation,
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Forum zu Bewusstsein in Sexueller Identität
forum les - bi - schwul - trans: queer diversity

weitergeführte Internet-Gruppen:
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 theater-methoden
Forum-Theater ist allgemein zu den grundlegenden Boal-Methoden, ausser:
LegislativesTheater
unsichtbaresTheater
visionstheater zur Arbeit in Betrieben und Unternehmen mit flacher Hierarchiegsundheit bringt die Theater-Arbeit der Migranten-Kids 2003
boal-in-der-schule von der Lehrenden-Fortbildung in Dresden bis ...
Forum-Theater-fhm für Studierende der fhm, fachbereich Sozialwesen
Forum-TheaterLMU für die Studierenden der Theaterpäd an der LMU
edu-theatre is an english list on theatre-pedagogy

pädagogik
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paulo-freire nur für Mitglieder der http://www.paulo-freire-ges.de/
zfbp war zur Erstellung der Zeitschrift für befreiende Pädagogik

gestalt
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moderation

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themen
agenda21invest zum ethisch-ökologischen Geld-anlegen
harare-muc zur Partnerstadt Harare in Zimbabwe in engl


Forum-Theater-Workshop in der Synagoge

Forum-Theater-Workshop

im Rahmen der jüdischen Kulturtage in Erfurt 3. - 5. 11.2003

gesamtes Programm http://www.chaj.de/

 

Mut zur eigenen Identität

erfordert Konfliktfähigkeit

 

Montag, 3. bis Mittwoch, 5. November 2003 in Erfurt,

Tagsüber, Begegnungsstätte Kleine Synagoge

"Theater der Unterdrückten" –Schülerworkshop zum konstruktiven Konfliktmanagement mit: Fritz Letsch, Theaterpädagoge, München

 

Mittwoch, 5. November 2003 19.30 Uhr,

Begegnungsstätte Kleine Synagoge

"Theater der Unterdrückten" –Forumtheater,

Präsentation der Ergebnisse des Schülerworkshops

in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen

 

workshop zum thema konfliktaufstellung / antidiskriminierung / bewusster umgang mit angst und bedrohung / stärken-arbeit

 

Fortbildung zum Theater der Unterdrückten

im Kontext von Schule und Berufsbildung

 

Im Rahmen der jüdischen Kulturtage zu den Situationen verfolgter Frauen im 3. Reich erstellen wir Szenen zu Courage und Widerstand ...

- was es bedeuten kann, der eigenen Angst ins Gesicht zu schauen -

... und lassen sie durch das Publikum auf Veränderungsmöglichkeiten erproben.

 

mit etwa 20 teilnehmenden werden forum-theater-szenen zu den themen in der bandbreite von persönlicher situation, von gesellschaftlichem druck bis zu konflikten in der schule und arbeitswelt erstellt, die, hautnah erlebt und und packend präsentiert, durch das publikum mit unterstützung durch einen joker in veränderungen aufgelöst werden.

 

Freitag abend intensiver Einstieg mit Übungen und ersten Methoden mit den Themen und Statuen der Teilnehmenden, erste Bilder und Szenen erstellen: 18 -21 Uhr oder 19-22 Uhr, (3 Std.)

 

Samstag etwa 11-19 Uhr die Szenen verändern (für Publikum vorbereiten) Variationen, Klärungen, Ausdruck und Sicherheit in der Darstellung finden, dann Gesprächs- Runde und Austausch, (6 Std.)

 

Sonntag 11- 14 Uhr nochmal Proben für stimmigen Ausdruck, (3 Std.) 15 - 17 Uhr kleine Aufführung der Szenen vor Publikum (2 Std.)

 

anmelden und näheres bei Kerstin Schnelle in der "HBS-Thüringen" info(at)boell-thueringen.de

 

 


Pflegekonferenzen ...

Altenpflege


Altenpflegerinnen spielen auf einer Fachtagung Szenen aus ihrem veränderungswürdigen Alltag



Szenen aus der Altenpflege am Marienplatz

Aufführung am Mo 7. Juli 2003 von 10 -11 Uhr am Marienplatz München

zum Start der bayrischen Kampagne für Altenpflege-Berufe

 

ministerin

Eröffnung der Kampagne durch Sozial-Staatministerin Stevens, RealschülerInnen könnne nun direkt (ohne andere Berufsausbildung) Altenpflege lernen

 

Forumtheater    

 

Im Forumtheater werden Szenen aus dem Pflegealltag gespielt, die von den Akteuren selbst erlebt wurden und so einen realistischen Einblick in die Pflege ermöglichen. Die Zuschauer können und sollen die Szenen verändern.

Der Spielleiter schafft dafür den Rahmen: Er spricht mit dem Publikum und lädt zur Suche nach Lösungen für schwierige Situationen ein.

 

Diese Methode wurde entwickelt von dem Brasilianer Augusto Boal, der einige Jahre im europäischen Exil lebte. Sein Anliegen war es, unser Zusammenleben und unsere Rolle im Alltag besser zu sehen, zu verstehen und unsere eigenen, auch politischen Veränderungsmöglichkeiten zu entwickeln.

 

Fritz Letsch arbeitet im Sinne und nach der Methode von Augusto Boal. In Zusammenarbeit mit der Fachschule für Altenpflege der Inneren Mission München hat er mehrfach das Thema Altenpflege auf die Bühne gebracht.

 

Die Szenen können auf Anfrage jederzeit und notfalls auch durch eine Dreiergruppe in Veranstaltungen vorgestellt werden. Anleitung und © Szenenbeschreibungen: Fritz Letsch, Theaterpädagoge

 

1. Szene: Mir ist kalt!  An/ Ausziehen nach Bobert

Dame mit gelähmtem Arm sitzt im Rollstuhl. Sie spricht vor sich hin, ihr ist kalt. /zu warm.

Mir ist kalt!

Eine qualifizierte Krankenpflegerin kommt vorbei und bringt ihr zu trinken.

Sie [gibt ihr den Pullover, der hinten am Rollstuhl hängt, und] spricht mit ihr über das in der Reha gelernte An/ Ausziehen, das sie dann auch beginnt, wobei sie weiter vor sich hinspricht, wie schwer es ihr fällt, aber doch gelingt.

 

Eine vorbeikommende Helferin nimmt ihr den Pullover aus der Hand und zieht ihn ihr freundlich, aber gegen ihren Widerstand über. / Hilft ihr resolut aus dem Kleidungsstück.

 

Von der Krankenpflegerin darauf angesprochen, weist sie auf ihre längere Erfahrung, die Wünsche der Angehörigen, den Auftrag der Hilfe etc hin, um sich zu verteidigen ...

 

2. Szene: Mama, Mama!   Validation in der Demenz

Eine verwirrte Frau ruft ständig nach ihrer Mama. Die ausgebildete Kraft führt mit ihr ein Gespräch zu ihrer Mutter und leitet dabei zu den aktuellen Tagen über.

Altenpflegetagung Nürnberg

(Bild von der ersten Aufführung beim Pflege-Ausbildungs-Kongress Nürnberg)

 

Eine vorbeikommende dienstältere Kollegin rempelt sie an, ihr gefälligst beim Bettenüberziehen und ähnlichen vielen notwendigen Tätigkeiten zu helfen, statt sich mit einer abzugeben, die sowieso nichts versteht und den ganz en Tag nach ihrer Mama ruft. 

 

 

3. Szene: Acht fachliche Fehler bei der Souffleuse

Eine Altenpflegerin stellt einerBewohnerin, die früher einmal Souffleuse war, die Kollegin vor, die sie während der Woche ihrer Fortbildung vertritt. Die beiden "Fachkräfte gehen dabei in ihrem Gespräch über die Wünsche der Bewohnerin hinweg und erklären sie in ihrem Gespräch gar für dement.

Altenpflege Marienplatz

Andere Bewohnerinnen verfolgen die Szene kritisch im Hintergrund.

 

Alle Szenen werden dem Publikum zur Veränderung des  Ausganges vorgestellt, alle Lösungsversuche werden mit dem Publikum erörtert.

 

Szenen in Vorrat:

Ambulante Pflege und Ansprüche der Verwandten

    (95% werden zu Hause gepflegt,     beruflich Kräfte werden in Konflikte mit pflegenden Angehörigen     und deren eigenen Ansprüchen / Phantasien / Schuldgefühlen verwickelt

 

Die Altenpflegerin als Kollegin im Krankenhaus und die oft noch ahnungslosen anderen Mitarbeiterinnen dort, Kompetenzen und Ausbildung.

 

Entwurf und Rechte: Fritz Letsch      Theaterpädagoge, Gestalt-Supervisor

aktuelles auf dem "Lernplatz" http://eineweltnetz.org/

 


Seniorentheater ASZ Manzostrasse


Seniorentheatergruppe im Alten-Service-Zentrum Allach / Untermenzing in der Manzostrasse

auch das ist "Lernen vom Süden"

Theater- Methoden für Zielgruppen

 

Zielgruppe Management

Und schon wieder ist die Auswahl groß: Wo bisher Sozial-, Pflege und Bildungs-Management die ersten waren, die Theater - Methoden in ihre Fortbildungen aufnahmen, ziehen nun Projekt- und Team- Management der produzierenden und technischen Sparten nach.

 

Unter dem Stichwort Team- Bildung ist meist unsere Aufgabe, die Kommunikation der Mitarbeitenden untereinander zu verbessern und in Abstimmung der Leitungsebenen möglichst hohe Selbständigkeit in der Gruppe anzuregen. Aufgeschlossene Führungskräfte wissen heute, daß in hoher Mitwirkungsmöglichkeit die Motivation zu wecken ist.

 

Für Abstimmung und Austausch ist deutliche und gut gefasste Kommunikation nötig: Theater - Methoden können hier ebenfalls die Aufmerksamkeit wecken und Hilfen bieten.

Damit sind wir zwar immer noch weit vom wirklichen Theater entfernt, das auch die magischen Energien aus dem Publikum nutzen kann, bereiten aber den Blick dorthin vor: Wie arbeiten die, was haben sie uns zu sagen?

 

Besonderheiten der Zielgruppe

Die Sprache

Im Bereich der Unternehmen gilt auf allen Ebenen eine relativ strenge "Kleiderordnung" der Sprache: Wer den Insider- Jargon nicht beherrscht, hat nicht mitzureden.

Als Seminarleiter bekomme ich da keine Ausnahme, als gelernter Schauspieler habe ich immerhin die Chance der Imitation, die natürlich nur dann echt wirkt, wenn ich durch meine Auftraggeber vorbereitet werde.

Was für die Mitarbeitenden ein Kriterium fachlicher Qualifikation ist, wird für die Anleitenden zur Aufgabe der Einfühlung: Werde ich verstanden?

Die zweite Aufgabe in der besonderen Sprache ist die Organisation von Übereinstimmung und von Konfliktfähigkeit in der Stimmung, im Klang: Wie unterscheiden sich fachliche Diskussion und Konkurrenz, geht es um Problemlösung oder "Standing"?

Unsere Spezialität: Hinter all dem Geklingel den wirklichen Text der Gruppe erfassen und die Stimmung zu einem positiven Miteinander bei allen persönlichen Gegensätzen zu festigen.

 

Die Themen

sind zwar die typischen Fragen des Theaters, Macht und Kompetenz, Verantwortung und auch Sicherheit, die in den Management- Seminaren immer wieder im Vordergrund stehen, aber eben in der ganz spezifischen Form der Mitarbeitenden:

Wir holen (wie in Seminaren mit Studierenden, Flüchtlingskindern etc.) sehr oft mit den Methoden des Statuen- Theater die aktuellen Themen der Teilnehmenden in den Vordergrund, um sie dann möglicherweise mit Bilder- und Forum-Theater - Techniken zu zerlegen, zu variieren oder ihre innere Mechanik zu erforschen, bleiben dabei aber vor allem an den Arbeitsthemen, was zwar persönliche Beteiligung zulässt, aber nicht so sehr auf die intensive Selbsterfahrung hin wirkt.

 

Die persönliche Tiefe

tritt hinter der beruflichen Distanz der Beteiligten zurück, es kann aber auch auf dieser Ebene zu harten Auseinandersetzungen um Interaktionsfähigkeit, persönliche Kritik und bis zur offenen Anforderung an persönliche Weiterentwicklung gehen - aber immer gut verpackt und von uns meist durch lockernde Übungen und einordnende Kleingruppenphasen begleitet.

 

Die Qualitätsfrage

Steht für unsere Auftraggeber natürlich im Vordergrund: Was kann eine Mitarbeiterfortbildung bewirken, ist es das Geld und die Arbeitszeit wert? Die wichtigste Argumentation liegt im Bereich der Veränderung (Change-Management), auf die alle Mitarbeitende allergisch reagieren, wenn sie nicht selbst daran beteiligt sind.

Entsprechend steht es mit der Motivation: In vielen Unternehmen geht eine Menge Energie und Zeit verloren, weil viele Einzelne sich nicht geschätzt fühlen und dies in Störmanövern an ihre KollegInnen weitergeben. Im Seminar können wir mit Theater - Methoden die Gruppe zu eigenen Feinabstimmungen anregen.

 

Zwei Beispiele

Der PE

Personalentwickler sind im Unternehmen vor allem für die Weiterbildungs-möglichkeiten zuständig, beraten und organisieren Fortbildungen. Bei uns sind sie oft erprobende Teilnehmende in Schnupperseminaren.

Herr Kratzer arbeitet für eine große Telefonfirma, seine Mitarbeitenden sind zwar fachlich hoch qualifiziert, haben aber fast durchgehend Probleme in der Abgrenzung und Zeiteinteilung.

Nach Darstellung seiner eigenen Besprechungen in einer Szene erkennt er das Muster des "guten Willens" auch in seinen eigenen Verhaltensweisen: Er möchte gerne den Wünschen der KollegInnen nachkommen, bringt aber nie genügend unter einen Hut. Wo anfangen?

Die Gruppe spielt die Forum-Szene mit großer Lust: Er muß zu einem Termin, das Telefon läutet, eine Kollegin kommt herein, Unterlagen fehlen. Alle erkennen eigene Anteile, die Frage ist nicht so sehr fachlich oder theoretisch mit Prioritäten, sondern mit persönlichem Witz zu lösen, was bei jedem Charakter anders aussehen kann.

Die aus vielen Sparten gemischte Gruppe kommt zu dem Schluß, daß in fast allen ihren Bereichen zuviel geschuftet wird, statt motiviert und konzentriert aus den Fähigkeiten der Einzelnen zu leben.

 

Die IT

Eine Informationstechnologin ist für die gesamte Kommunikationstechnik einsetzbar, hat auch möglicherweise oft wechselnde Aufgaben, vielleicht aber auch ein ganz spezielles Arbeitsfeld.

Frau Schweiger arbeitet in einer bisher kleinen Firma zur Entwicklung von medizinischen Computer- Programmen. Die Firma ist relativ schnell gewachsen, die Infrastruktur und die interne Kommunikation hinken noch hinterher. Nach langer Zeit ständiger zeitlicher Überforderung aller ist endlich die Entscheidung zur Neuorganisation gefallen.

 

Dabei sind nun neue Mitarbeiter zu integrieren und die Vorteile der bisherigen Strukturen zu erhalten, wie sie sich für die Einzelnen auswirken. Sie entwirft nach einem Einstiegsseminar mit uns eine zweitägige Fortbildung für ihr gesamtes Unternehmen, bei der dann die Perspektiven der Struktur-entwicklung von allen entworfen und abgestimmt werden sollen.

 

Damit nicht endlose Diskussionen und schwierige Ebenenwechsel die Sache zur Anstrengung werden lassen, sollen in Bildern und Szenen der zukünftige Ablauf und die darin befürchteten Kollisionen sofort durchgespielt werden.

 

Nach einer Stunde beherrschen alle die Grundmethoden der Szenen-entwicklung aus der Alltagsrealität: Aus Ablaufskizzen werden Knoten und mögliche Konflikte sofort in Dialoge umgesetzt, nach einem halben Tag im Spiel kommen die wichtigsten Haltungen und Mechanismen nochmal in der Reflexion zur Sprache und in die zugespitzte Dramatik:

Wer konnte seine Positionen durchsetzen, wer blieb unzufrieden, warum, und wie werden Änderungen fliessend vereinbart?

 

Die letzte Szene: Eine Fehlermeldung trifft ein, niemand will zuständig sein, die neue Mitarbeiterin schafft es aber, in kurzer Zeit das Problem allen deutlich zu machen und wird dafür nicht als lästig abgetan, sondern anerkannt.

 

In der Schlussreflexion erklärt Frau Schweiger, daß dies bisher ihre größte Angst gewesen war, und stellt verwundert fest, daß nun ihre KollegInnen diese Szene so spielten, als wäre es auch deren Thema. Nicht nur TechnikerInnen trauen sich gegenseitig wenig Einfühlung zu.


theaterbilder









Mir ist kalt - Forum-Szenen zur Altenpflege, in der Arbeit mit Migranten-Kids, workshop in marburg, mit monika manz in der theaterwissenschaft münchen und Studierenden in der fhm, ein Schul-Projekt "Frühlings Erwachen" im Kaufhaus Gera-Lusan

"Was kann ich – was will ich werden?"

Ziel des Projekts ist die Wahrnehmung und Sensibilisierung von Hauptschülern im Stadtteil, für ihre Lebenssituation sowie die anstehende, selbständige Lebensgestaltung und Berufswahl. Konzeptionell liegen dem Projekt Methoden des THEATERS DER UNTERDRÜCKTEN nach Augusto Boal zu Grunde. Die Konfrontierten bzw. Teilnehmer/innen sollen ermutigt werden, Situationen und Umstände nicht als gegeben hinzunehmen, sondern den eigenen Bedürfnissen und Möglichkeiten zu vertrauen und sich aus unterdrückerischen Strukturen ("Hauptschulabschluss ist sowieso nichts wert" – "Mit Hauptschulabschluss bekomme ich sowieso keinen Job, der mir gefällt, also warum überhaupt machen?" – "Hauptschüler sind die Deppen der Nation!") zu befreien.

Dazu ist es notwendig, dass die Teilnehmer/innen innerhalb des Mikroprojekts in die Lage kommen, eigene Stärken zu entdecken, verborgene Seiten zu erkennen und im geschützten Rahmen neue Handlungsmöglichkeiten zu erproben.

Mit dem Ziel der Bewusstmachung, dass es verschiedene Möglichkeiten gibt die eigene, erst einmal unveränderbar erscheinende Realität zu beeinflussen und zu verändern um somit die eigene subtile Unterdrückung seiner selbst aufzuheben die bei vielen jungen Berufseinsteigern aus diesem Schulzweig auch durch die Illusion der sozialen Sicherungssysteme bzw. durch das Elternhaus gefördert wird ("Warum arbeiten, es gibt doch Sozialhilfe" – "Ich krieg` Geld von meinen Eltern!" ) Die Projektgestaltung und Organisation sieht vor, an fünf aufeinanderfolgenden Tagen in Kooperation mit der Hauptschule "Insel Schütt" (auf deren Gelände, mit deren Schüler/innen) und dem theaterpädagogischen Institut "Fritz Letsch" am Thema zu arbeiten.

Mädchen und Jungen, Frauen und Männer sind verschieden, haben unterschiedliche Vorstellungen vom Leben,, möchten ihrem Leben eine spezielle Ausrichtung geben. Durch die Unterstützung Jugendlicher bei ihrer Selbstwahrnehmung und die gleichzeitige Reflexion angeblicher Gegebenheiten (Sozialisation und Gesellschaftwahrnehmung)entsteht eine Sensibilisierung, die es ermöglicht andere sein zu lassen, wie sie nun mal sind und diese in ihrer Einzigartigkeit zu unterstützen. Geht man von diesem Standpunkt aus, gewinnt die Unterschiedlichkeit der Geschlechter einen unterstützenden und nicht mehr konkurrierenden Charakter, der beiden Geschlechtern neue Perspektiven in Aussicht stellen kann.

Das Theaterpädagogische Institut Fritz Letsch, der unser Team vertraut machen wird mit den spielerischen Methoden des Theater der Unterdrückten und das Projekt vor Ort mit dem Team zusammen gestalten wird.

Die Volks- und Hauptschule Insel Schütt, die uns Räumlichkeiten und Zeit mit ihren Lehrern und Schülern zur Verfügung stellen wird.

Zum einen durch den Kontakt mit den mitwirkenden Lehrern und Schülern, die Reflexion mit den Mitwirkenden und den zukünftigen Handlungsweisen der Beteiligten.

Dazu werden Auswertungsbögen von uns entwickelt werden und zukünftige Treffen mit den beteiligten Lehrern initiiert werden.

Je geringer das Bildungsniveau, gepaart mit negativen Sozialisations-programmen und der daraus folgenden Lebensperspektiven, gefördert durch die zunehmende Tendenz, dass ein normaler Arbeiter oder eine Verkäuferin in unserer Gesellschaft nicht viel wert ist (was seinen Ausdruck unter anderem in der Besoldung dieser Gruppierungen zeigt), desto mehr werden diese Jugendlichen auf "ursprüngliche" Geschlechterverteilungen zurückgreifen (müssen).

Die Befreiung aus diesen Strukturen sieht gerade in dieser Gruppierung verheerend aus, da die Mädchen zunehmend "negative" männliche Verhaltensmuster an den Tag legen (Körperverletzungen), mit der Illusion, damit mehr Rechte in ihrer Welt zu gewinnen. Den Jungen werden auch keine Alternativen zur Lebbarkeit "wahrer" Männlichkeit aufgezeit.

 

 

Aufführung in der Erfurter Kleinen Synagoge

Forum-Theater-Workshop

im Rahmen der jüdischen Kulturtage in Erfurt 3. - 5. 11.2003

gesamtes Programm http://www.chaj.de/

 

Mut zur eigenen Identität

erfordert Konfliktfähigkeit

 

"Theater der Unterdrückten" –

Schülerworkshop zum konstruktiven Konfliktmanagement

mit: Fritz Letsch, Theaterpädagoge, München

 

Im Rahmen der jüdischen Kulturtage zu den Situationen verfolgter Frauen im 3. Reich erstellen wir Szenen zu Courage und Widerstand ...

- was es bedeuten kann, der eigenen Angst ins Gesicht zu schauen -

... und lassen sie durch das Publikum auf Veränderungsmöglichkeiten erproben.

 

Montag morgens:

Vorstellungsrunde und persönliche Hintergründe der Telnehmerinnen,

erste Methoden von Körper-Wahrnehmung und Lockerung, Ausdruck

 

        nachmittags:

erste eigene Bilder und Szenen der Teilnehmenden: Unter Druck: Was hab ich erlebt?

zweite Runde: Konflikte darstellen, eigene Konfliktfelder identifizieren 

 

Dienstag morgens:

Die Szenen- Kerne der Teilnehmenden vom Kern zum Forum für ein Publikum entwickeln

Die erste Szene wird exemplarisch gemeinsam konstruiert: Markus als Typologie ...

 

           nachmittags:

weitere Szenen entwickeln: Kerne und Themenkreise der Teilnehmenden,

Auswahl der eigenen Tabu-Themen als intensivierende Konflikt-Auswahl

 

Mittwoch morgens:

Anwendung von Probentechniken und Entwicklung der letzten drei Szenen,

Kleidung, Raumgestaltung und Requisiten

 

                   abends:

kurze Generalprobe, Stimmübungen, dann

 

Mittwoch, 5. November 2003 19.30 Uhr,

Begegnungsstätte Kleine Synagoge

 

"Theater der Unterdrückten" - Forumtheater

Präsentation der Ergebnisse des Schülerworkshops

in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen

 

Einführung: Kerstin Schnelle

Felice Schragenheim und der Mut,

im 3. Reich für die Liebe zu einer Frau alles zu riskieren:

bis ins KZ, ... was als Aimee und Jaguar weltbekannt wurde ...

(grosse Ausstellung in der Landesregierung in Erfurt )

 

Die Geschichte des Theater der Unterdrückten Fritz Letsch

Augusto Boal und die Militärdiktatur in Brasilien der 70er Jahre

Theater-Methoden in der politischen Auseinandersetzung:

Unsichtbares Theater, Bilder- und Forum-Theater

heutige Anwendungen: Legislatives Theater 

 

Die Szenen:

 

Markus, 16, sitzt im Eiscafe ...

lernt eine nette Frau kennen, geht mit ihr ins Kino,

und die Tante sieht sie aus der Ferne ... Familien-Gespräch

 

Die 9. ist auf Klassenfahrt

sie haben in der Nacht gesoffen, die Lehrer haben es bemerkt,

weil einer noch betrunken ist, sollen sie gemeinsam dicht halten

oder soll susi, die schon 16, weil sitzengeblieben ist,

sich als einkäuferin freiwillig melden, um die woche zu retten?

 

Mutter hat keine Zeit, aber einen Freund ...

Die Mutter fragt zwar die Tochter um Rat für ihre Probleme, nimmt sich aber keine Zeit für die Situationen der Tochter ...

 

Der Trainer

ein basketball-trainer fordert immer nur,

statt zu fördern ...

 

Schwangerschaftstest

die mutter findet den schwangerschaftstest der 17-jährigen tochter ...

 

 

dann doch nicht gespielt:

Distanzierung vom Ausreiseantrag?

eine klasse wird -zu DDR-zeiten- von der schulleitung aufgefordert,

sich von einem mitschüler zu distanzieren, dessen familie einen ausreiseantrag gestellt hat ...

 

Auffälligkeiten:

Ein äusserst spielfreudiges Publikum, (von 7 bis 70)

das zu  jeder Szene mindestens eine Intervention brachte,

eineinhalb Stunden

 

war nur für MitarbeiterInnen im Hintergrund zu erleben:

 konfliktaufstellung / antidiskriminierung /

bewusster umgang mit angst und bedrohung / stärken-arbeit

Fortbildung zum Theater der Unterdrückten

im Kontext von Schule und Berufsbildung

 

Konfliktaufstellung, Szenen gemeinsamer Veränderung ...

Aus der Praxis mit dem Statuentheater / Bildertheater in der Methodenreihe des Theater der Unterdrückten nach Augusto Boal entstanden:

 

Konflikt-Aufstellung:

 

Beim Statuen-Theater wird die ausweglose Situation einer konkret erlebten Unterdrückung einer /eines Teilnehmenden mit Hilfe der anderen Seminar-Teilnehmenden wie in einem Stand-Foto dargestellt.

 

Dies dient meist zur Erarbeitung von Forum-Theater-Szenen, die dann vom Publikum verändert werden sollen.

 

Augusto Boal, der damit gegen die Militärdiktaturen in südamerikanischen Ländern arbeitete, befreit damit die Fähigkeiten des Publikums, im Theater in den Dialog zu kommen, den Brecht sich schon gewünscht hatte.

 

Die letzten Verfeinerungen (als Stadtrat von Rio de Janeiro entwickelte er das Legislative Theater für die Anwendung in der Politik) sind auf der Homepage zu finden http://home.arcor.de/Letsch/legislat.htm

 

Eine Situation kann in verschiedenen Versionen aufgestellt werden:

 

Mit den primär Beteiligten:

   - Die direkten Konflikt-Partner stellen Stellvertretende in ihrer eigenen gesamten Haltung * als Statue dar

   - Die Umstehenden besichtigen und kommentieren, interpretieren zu den Motiven

   - Mögliche Veränderungspunkte werden gesucht und benannt, die Beteiligten können sich, da selbst nach dem Stellen frei, locker an den Gesprächen beteiligen.

 

 

Mit den sekundär Beteiligten: Umstehende, Betroffene ...

   - Die vom Konflikt als Aussenstehende betroffenen stellen nach ihrer Erinnerung und ihren persönlichen Eindrücken die Situation dar, dann ist der Ablauf wie oben

 

Mit den tertiär Beteiligten: Lehrkräfte, Erziehende, Verantwortliche,

Beratende ...

   - Die von den Auswirkungen des Konflikts betroffenen stellen nach ihren Informationen, möglicherweise sehr verschiedene Bilder, dann jeweils Ablauf wie oben

 

* Die fünf Schritte zu einer Statue:

[Vorübung: Mit der Hand ein Gesicht magnetisch führen]

   1. Die Person [Hand vor Gesicht] nehmen und Einfrieren

   2. Die Haltung formen: Fußstellung, Becken, Schultern, Arme, Kopf

   3. Das Gesicht im Spiegel darstellen

   4. Einen Reaktionspunkt vorgeben

   5. Einen Ton, ein Wort, einen Satz zur Wiederholung, wenn der

Reaktionspunkt betreten wird.

 

Grundlagen:

- Statuentheater, Forum-Theater aus dem Theater der Unterdrückten von

Augusto Boal

- Familienaufstellungen verschiedener Herkünfte

- Aufstellungen in Einrichtungen, Unternehmen und Betrieben

 

Erfahrungen:

Seit mehr als 20 Jahren in der Erstellung von Szenen für die Arbeit mit Forum-Theater in den verschiedenen Bereichen der Jugend- und Verbandsarbeit, politischen Bildung und zur Jugend-Partizipation, in Berufs-Aus- und Fortbildungen, Supervision; für Aufführungen aller Publikums-Grössen

 

Grenzen:

zeitliche Konzentration der Teilnehmenden nach Alter und Reflexionsfähigkeit, moralische Eingriffe und Bewertungen durch Verantwortliche

- ca 20 Minuten brauche ich für die Vorstellung des Modells der Konfliktaufstellung im Schulhof, eine Stunde für die Arbeit an einem konkreten "Fall".

 

Mit Lehrkräften:

Wir erarbeiten beispielhaft mit einer Konfliktaufstellung die generativen Themen der Teilnehmenden zum Umgang mit Konflikt, zu Konkurrenz und Leistungsdruck, wie in der Abbildung eines Konfliktes die Hintergründe der Beteiligten sichtbar gemacht werden können.

 

Literatur dazu auf

http://home.arcor.de/Letsch/entwurf.htm

http://home.arcor.de/Letsch/fachhoch.htm

http://home.arcor.de/Letsch/bewusst.htm

 


fhm 11: sozialwesen

745 Bewegung, musische Bildung und kreative Gestaltung

 

Theaterarbeit als Medium der sozialen Kulturarbeit I

Fritz Letsch, theater gestalt pädagogik moderation http://eineweltnetz.org schellingstr.91, 80799 münchen, 089-45 222 668 mobil 0171 -99 76 231

 

Nach der Einführung in die Theaterarbeit geht es nun um eine Vertiefung Ihrer Kompetenzen für die Arbeit mit Zielgruppen in deren Lebenswelt.

Sie werden befähigt, einen ästhetischen Raum zu schaffen, in dem Sie Drucksituationen und Diskriminierungen, denen Menschen mit denen Sie arbeiten ausgesetzt sind, inszenieren können.

Wir arbeiten mit den Methoden des teatro do oprimido nach Augusto Boal.

Sie arbeiten mit Praxisorganisationen und erfahrenen TheaterpädagogInnen zusammen.

Sie proben mit ihrer Zielgruppe für die Wirklichkeit und können einzelne Szenen auf die Bühne bringen.

 

Jahresprojekt:

Sie lernen im ersten Block 28.+ 29.11.2003 die Grund-Methoden der Erstellung von Forum-Theater auf die einfache Art kennen, wie sie von Ihnen dann auch sofort mit Zielgruppen anzuwenden sind.

Im zweiten Block 12.+ 13. 12.2003 bereiten wir die Anwendung mit SchülersprecherInnen vor, führen mit diesen einen Nachmittagsworkshop durch und gestalten eine öffentliche Forum-Aufführung am Abend des 13.12. im Selbsthilfezentrum (siehe Aushang / Anlage).

Im 3. Block (Sommersemester) bereiten wir Projekte und Ihre eigenständige Arbeit in Kleingruppen vor, vertiefen Ausdrucks-Arbeit und Probentechniken und andere Methoden.

 

In einem Projekt Ihrer Wahl arbeiten Sie dann mit einer Gruppe (z.B. Migranten-Kids in einer Hauptschule, einer Einrichtungen ...) und bereiten eine öffentliche Aufführung vor. Sie erstellen die Szenen bis zur Bühnenreife, in der Vorstellung werden Sie durch mich oder Vivi Balby o.a. als Joker unterstützt.

 

Für die Jahresnote ist ein kurzer schriftlicher Beitrag (auch Impuls-Referat / Ausarbeitung eines eigenen Workshop-Konzepts / Bericht / Dokumentation / Foto / Evaluation / ... ) für die gesamte Gruppe zu erstellen (evtl. auch per mail in der Internet-Gruppe), so dass für alle Teilnehmenden hiermit ein umfassendes Arbeits- und Methodenheft entsteht. Ausserdem zählen Anwesenheit und Übernahme von Verantwortung in der Gruppe.

 

die folgenden termine sollen dann von ihnen verantwortlich gestaltet bzw. mitgestaltet werden, soweit es gesamt-termine sind. ich würde mir auch eine knappe schriftliche protokollierung des zweiten semesters erwarten, damit sie auch selbst ihr programm und ihren einsatz reflektieren können:

 

als zweites semester-programm würd' ich mir ungefähr vorstellen:

1. projektgruppe und zielgruppe beschreiben

2. theaterpädagogische konzeption in stundenzielen

3. einzelne einschätzung der anleitungen

4. gemeinsame reflexion der veranstaltungen

5. bühnen-proben und festival-vorbereitung

6. gemeinsame aufführung, joker und moderation kann ich auf wunsch übernehmen.

7. eigene aufführungen in den einrichtungen und im stadtteil (mit gegenseitigen gastspielen?)

8. zusammenfassung der semesterarbeit

9. schlussveranstaltung mit eigener einschätzung und semesterkritik

eintragen bei
 
http://de.groups.yahoo.com/group/forum-theater-fhm/ Info und Erfahrungsaustausch
 

Literatur:

Augusto Boal: Theater der Unterdrückten, Übungen und Spiele für Schauspieler und Nicht-Schauspieler SUHRKAMP-TB NF 361, Frankfurt 1979 +1989 (Leicht und anschaulich zu lesen: das Grundwissen, alle Hintergründe des Entstehens, Beispiele von Forum- und Unsichtbarem Theater, ca 11 Euro)

Augusto Boal: Der Regenbogen der Wünsche, Kallmeyer 1999 (die neueste umfassendste Zusammenstellung in deutsch, vor allem der psychisch-orientierten Methoden)

Fritz Letsch, Theater macht Politik, Die Methoden des Teotro Oprimido in der Jugend-bildungsarbeit, Werkstattbuch in der Reihe "Gautinger Protokolle", erhältlich im Institut für Jugendarbeit des Bayrischen Jugendrings, Germeringerstr. 30, 82131 Gauting für Euro 7,50 + Porto & Verpackung

Reihe bei ...

Vertiefend:

Augusto Boal: Legislative Theater (engl.)1999 (die entwicklung des legislativen theaters in rio und weiterverbreitung)

 

Reflexionen - Perspektiven: 20 Jahre Theater der Unterdrückten in Deutschland in der Zeitschrift Korrespondenzen der Bundesvereinigung Theaterpädagogik über Prof. Gerd Koch an der Alice-Salomon-FHS, Karl-Schrader-Str. 6, 10781 Berlin, Heft 34 /1999: (Fachzeitschrift für TheaterpädagogInnen)

 

Bernd Ruping (Hrsg.): "Gebraucht das Theater, Die Vorschläge von Augusto Boal: Erfahrungen, Varianten, Kritik (vergriffen)-steht in der Bibliothek! - Erfahrungen und Anwendungen verschiedener AutorInnen in der BRD,

Arbeitsstelle Weltbilder, Agentur für interkulturelle Pädagogik Münster und Schulstelle der AG Bern: Spiel-Räume, ein Werkbuch zum Boal'schen "Theater der Unterdrückten" Münster /Bern 1993 (südstr. 71b, 48153 münster) (ein Heft für die Anwendung im Schulbereich, dort zu bestellen)

Zeitschrift für befreiende Pädagogik, in Heft 10: Es braucht Mut, glücklich zu sein, Anwendung des Theater der Unterdrückten in Europa (Zusammenstellung einiger europäischer Anwendungen, vergriffen, Bibliothek/bei Letsch)

 

Gisela Honens (Freiburg) und Rita Willerding (Kassel): Praxisbuch feministische Theaterpädagogik, Brandes & Apsel, wissen & praxis 43 ffm'92 (solide Basis feministisch orientierter Körper- und Ausdrucksarbeit)

 

Susana Pendzik: Gruppenarbeit mit mißhandelten Frauen, Ein Handbuch: AG SPAK BÜCHER München 1996 in Zusammenarbeit mit der Paulo-Freire-Gesellschaft und der Stiftung Umverteilen! (Handbuch für theaterpädagogische Arbeit im therapeutischen Bereich einer der international anerkanntesten FortbildnerInnen)

 

Videofilm: "Theater, wie im richtigen Leben!" interkulturelles schul - theaterprojekt "miteinander reden lernen" beim INKOMM Projektzentrum interkulturelle Kommunikation, Arbeiterwohlfahrt Landesverband Bayern e.V. Haus der Jugendarbeit, Rupprechtstr. 25-27, 4. Stock, 80636 München tel. 089-121643-06, fax 089-121643-07 ca 10 Euro privat, ca 20 für Einrichtungen mit Aufführungsrecht, bei info(at)inkomm-awo.muc.kobis.de

(weitere Videofilme über diese Arbeit mit Augusto Boal kann man bei Prof. Klöck ausleihen.)

die Ausschreibung der Landesschülervertretung: http://www.lsv-by.de/

Demokratie rockt!

Jugend, Politik, Partizipation, Demokratie und Gesellschaft:

Kein Bock auf null Bock, aktiv statt verdrossen, Mitmachen statt nur zuschauen!

Lust auf Beteiligung, Lust auf Diskussion, Lust auf Demokratie!

Mit mehr Leuten als nur mit deiner LehrerIn diskutieren würde dir Spaß machen?

Mach mit, bring deine Meinung in eine Radiosendung ein! Oder bist du eher kreativ veranlagt?

Beteilige dich an einem Theaterworkshop zum Thema Jugendbeteiligung.

Du hast kein Problem mit verschiedenen Ansichten, willst lieber diskutieren als eliminieren?

Setze dich im Bezug auf dieses Thema mit den großen Jugendorganisationen auseinander!

Denn dieses Seminar widmet sich ganz der Mitbestimmung und der Selbstbestimmung.

Wir wollen gemeinsam herausfinden und aufzeigen, wo Möglichkeiten zur Partizipation sind

und wo wir sie uns wünschen.

Tritt mit verschiedensten Meinungen in Dialog, denn nur so kann eine kontroverse Diskussion zustande kommen.

In diesem Sinne: Demokratie rockt!

 

Eure Seminarplaner JulianScholler(at)web.de und vincent(at)steinl.org

 

Freitags geht's heiß los: Zusammen besuchen wir die Radiotalkshow von Moderator Fritz Letsch und steigen gleich voll in die Diskussionen ein.

Samstag folgen zwei Referate.

Nachmittags steht der nächste Höhepunkt auf der Tagesordnung: Zusammen mit einigen seiner Studenten (FH München) leitet wiederum Fritz Letsch einen Theaterworkshop.

Abends werden die erarbeiteten Szenen kurz aufgeführt, danach folgt eine Diskussionsrunde mit Vertretern (u.a.) der SU (Schülerunion), der Jungen Grünen und des Münchener Schülerbüros (msb).

Die Abreise erfolgt, nach einer Evaluationsrunde, Sonntagmittag.

Demokratie rockt!

12. bis 14. Dezember

München seminare(at)lsv-by.de

Anmelden! Datei downloaden, ausdrucken, ausfüllen und per Schneckenpost wegschicken.

Vielen Dank bem Bündnis zur Erneuerung der Demokratie e.V. und bei der Aktion Humane Schule

 

Folgen: Abend-Einladung + Semesterdaten

 


mit den Methoden arbeiten lernen:

Theaterweiterbildung

mit Methoden des

Theater der Unterdrückten

nach Augusto Boal

- Schwerpunkt Forumtheater -

 

Veranstalter: Paulo-Freire-Gesellschaft, München

Leitung und Organisation: Dr. Helmut Wiegand, An Steins Garten 3, 35394 Gießen, Tel.: 0641/38823, e-Mail: Dr_Wiegand(at)web.de

 

Ort: Bildungsstätte von Arbeit und Bildung e.V., Krummbogen 10, 35039 Marburg

Anmeldung: schriftlich und verbindlich nach Gespräch bis spätestens zum 31.10.03

 

Teilnahmegebühren: 130 Euro pro Veranstaltung, insgesamt 520 Euro bei vier Veranstaltungen

 

Das ursprünglich aus Lateinamerika stammende Theater der Unterdrückten kombiniert Kunst und Selbsterfahrung mit politischem Probehandeln. Es bietet viele Möglichkeiten der Aktivierung von im Alltag oft unterdrückten oder vernachlässigten sozialen und kommunikativen Ressourcen  in der spielerischen, ästhetischen und theatralen Begegnung von Menschen.

 

Dabei ist der Dialog im Zusammenspiel zwischen der Trainerin/Regisseur und den Teilnehmer/innen zentraler Bestandteil. Nicht der Regisseur bestimmt die Inhalte der Szenen und Theaterstücke, sondern die Teilnehmer/innen setzen die thematischen Schwerpunkte. Befreiung aus Alltagszwängen, Einsicht in eigenes Handeln, Infragestellung von gesellschaftlichen Unterdrückungs-Spielregeln etc. sind wichtige Zielsetzungen in der Arbeit und fließen ein in die Techniken und Formen dieses Theaters.

 

Das Forumtheater will den passiven Zuschauer aktivieren. Doch Aktivierung versteht sich nicht als Selbstzweck. Wer im Theater sich aus vorgegebenen (Konsum-)Rollen befreit, der ist auch imstande, sich draußen im Alltag in ähnlichen Situationen couragiert zu verhalten.

Von daher kann es gerade in der (sozial-) pädagogischen, sozialtherapeutischen Arbeit Impulse vermitteln, die eine kognitiv orientierte Unterrichtspraxis nicht zu leisten imstande ist.

 

Im Forumtheater werden durch „Modellszenen“ Fragen aufgeworfen. Zuschauer/innen können sich in die dargestellten Szenen einwechseln und die Schauspieler/innen, die Schwache, Diskriminierte oder Benachteiligte spielen, ersetzen. Hier geht es um die Antworten auf Fragen: was würde ich in der dargestellten gespielten Situation tun? Wie können wir durch unsere Ideen und unser Handeln die Szenen verändern? Forumtheater als (ästhetisches)Training für zukünftiges Handeln in brisanten Konfliktsituationen.

 

Ziel der Weiterbildung ist es, dass sich die Teilnehmer/innen über vier Wochenenden die Methodik und die grundlegenden Techniken des Forumtheaters (=Herzstück) im Theater der Unterdrückten aneignen.

Die Wochenenden sind schwerpunktmäßig gegliedert und das letzte Seminar der Weiterbildung ist mit einer öffentlichen Abschlussveranstaltung verbunden.

 

Die Weiterbildung soll zu einem Forum der theaterpädagogischen Selbstreflexion und Intervision werden. Die Teilnehmer/innen können die erworbenen Techniken und die neuen Erfahrungen in ihrer eigenen Praxis, insbesondere in  (sozial-) pädagogischen, therapeutischen, theaterpädagogischen und  politischen Arbeitsfeldern (Öffentlichkeitsarbeit) anwenden.

 

Die Teilnehmer/innen erhalten nach der Teilnahme an der Weiterbildung einen Qualifikationsnachweis.

 

Die Weiterbildung ist konzipiert für Menschen, die in therapeutischen, (sozial)-pädagogischen oder sozialarbeiterischen Bereichen tätig sind, mit dem Forumtheater vertraut werden wollen und das Forumtheater (gegebenenfalls) in ihrer eigenen Praxis einsetzen möchten.

 

1. Wochenende: 21.-23.11.03

Aufwärmübungen, Statuen- und Bildertheater (Schwerpunkt), Improvisationstechniken, Ursprünge des Theaters der Unterdrückten, Traum-Forum, Verbindungen zur „Pädagogik der Unterdrückten“ nach Paulo Freire, Leitung: Meike Herminghausen (Grips Theater Berlin) und Helmut Wiegand

 

2. Wochenende 12.-14.12.03

Einführung ins Forumtheater, erste Forumszenen entstehen, die Rolle des Jokers,

Spielregeln, die Teilnehmer/innen gestalten eigenständig Aufwärmphasen und kleine Statuentheatersequenzen, Leitung: Fritz Letsch und Helmut Wiegand

 

3. Wochenende 30.01.-01.02.03: 

Forumtheater und Rollenarbeit, Probentechniken, die Teilnehmer/innen üben sich in der Rolle des Jokers (Schwerpunkte)

Leitung: Helmut Wiegand

 

4. Wochenende 05.03.-07.03.03

Vorbereitung und Durchführung einer öffentlichen Forumtheater-Abschlussveranstaltung, Leitung: Fritz Letsch und Helmut Wiegand

 

Die Wochenenden beginnen am Freitagabend ab 19h und enden an den Sonntagen gegen 13h30/14h. Die Teilnehmer/innen verpflegen sich selbst, in der Bildungsstätte kann eine Küche gemeinsam genutzt werden. Pausen und gemeinsame Arbeitszeiten werden gemeinsam festgelegt.

 

Mindestteilnehmerzahl: 12, maximale Gruppengröße 16 Teilnehmer/innen

 

Leitung: Dr. Helmut Wiegand, Jhrg. 1959, pädagogisch und theaterpädagogisch tätig, Arbeit mit dem Theater der Unterdrückten seit 1989 in verschiedenen Projekten

 

Weitere Mitarbeiter: Meike Herminghausen, Jhrg. 1970, Theaterpädagogin und Schauspielerin aus Berlin, in interkulturellen Projekten aktiv

 

Fritz Letsch, Jhrg. 1954, Theaterpädagoge und Gestalt-Therapeut aus München, Mitarbeiter der Paulo-Freire-Gesellschaft, erfahrener Praktiker des Theaters der Unterdrückten seit Jahrzehnten. Fritz wird voraussichtlich im Jahre 2004 Weiterbildungs-Veranstaltungen zum Theater der Unterdrückten in München anbieten, allerdings mit anderen Schwerpunkten: Cop-in-the-head, Legislatives Theater und Unsichtbares Theater

 

Literatur:

Augusto Boal: Theater der Unterdrückten, Übungen für Schauspieler und Nichtschauspieler

Augusto Boal: Der Regenbogen der Wünsche

Melanie Axter: Das Theater der Unterdrückten Augusto Boals und seine Präsentation in der Gegenwart

Till Baumann: Von der Politisierung des Theaters zur Theatralisierung der Politik

Doris Kempchen:  Wirklichkeiten erkennen, enttarnen, verändern, Dialog und Identitätsbildung im Theater der Unterdrückten

Helmut Wiegand: Die Entwicklung des  Theaters der Unterdrückten seit Beginn der achtziger Jahre (Diss.) Die Bücher von Axter, Baumann, Kempchen und Wiegand sind im ibidem-Verlag erschienen.

 

Im kommenden Winter/Frühjahr erscheint ein weiteres Buch, Hrg. Helmut Wiegand, Arbeitstitel: Europäische Rezeption des Theaters der Unterdrückten im ibidem-Verlag,

Infos sind erhältlich unter: http://www.augusto-boal.de/ oder http://www.theaterderunterdrueckten.de/

 

Interesse an der Theater-Weiterbildung

Anmeldung für das erste Wochenende vom 21.-23.11.03 in Marburg

Zutreffendes bitte unterstreichen und mir zurückschicken oder per E-Mail an die o.g. E-Mail - Adresse zukommen lassen.

 

Ich möchte mich für das erste Wochenende der Theaterweiterbildung verbindlich anmelden und bin bereit, 40 Euro als Anzahlung für das erste Wochenende auf das Konto Nr. 1103177904 bei der Sparda Bank Frankfurt a.M. BLZ 500 905 00 einzuzahlen.

 

Die Entscheidung, an der gesamten Theater-Weiterbildung teilzunehmen oder nicht, trifft jede/r Teilnehmer/in im Laufe des ersten Wochenendes oder kurz danach. Mit jeder/jedem interessierten Teilnehmer/in an der Theater-Weiterbildung wird für die weiteren drei Veranstaltungen eine Teilnahme verbindlich vertraglich vereinbart.

 

Bitte die Infos an folgende Bekannte/Freunde schicken:

 

Ich bin erreichbar unter folgender E-Mail, Fax-Nr. bzw. Adresse:

 

Ich erwarte von der Weiterbildung folgendes

Datum ..... Ort.....

Unterschrift:......

 

 


15th issue of Under Pressure

Dear Friends and Colleagues,

 

the focus of the 15th issue of Under Pressure is on former Yugoslavia, where Theatre of the Oppressed activity is emerging in many places. You will find Under Pressure on our news pages. Click here..

 

The first article is about the ITO Flying Jokers program, which is aimed at training practitioners on a regional scale. In the moment, ITO is preparing an event in former Yugoslavia. Click here to go to the article.

 

In the next article, Jeton Neziraj of Qendra Multimedia in Prishtina gives us some insight of the history of theatre in Kosovo and Albania before and after the turbulent 1990’s. Kosovo is now in need of the input of new theatrical ideas and techniques. Click here for the article.

 

<>The third article about former Yugoslavia is a report about a workshop and street performance event for young people in Sarajevo, written by Till Baumann (Germany), Roberto Mazzini (Italy) and Michael Wrentschur (Austria). Click here to read the article.

 

Another article was written by Raúl Sintes, director of la Tute in Montevideo, Uruguay. La Tute uses Multiplication Theatre as a method to unite Forum and Psychodrama techniques. The article is both in Spanish and in English. Click here

 

 

The next issue of Under Pressure will appear on the new ITO-website http://www.theatreoftheoppressed.org/. The launching of the website is a matter of weeks now. On the new website you will find an updated Yellow Pages database, the Theatre of the Oppressed archives with the Under Pressure articles since 1999, photos and video clips, documents, exercises, theses and dissertations, the Forum in a new format, a guest book, the ITO Declaration of Principles in 7 languages, book reviews and more. The ITO will have a face to present itself with, but the real ITO is composed by the people who practice and perform Theatre of the Oppressed all over the world. The Yellow Pages have reached more than 130 entries by now, but this is still by far not the end of the line. This email is sent to 400 people and organisations in 70 countries. All of you will be notified as soon as the new website goes online. Please continue to participate and send us your news, your ideas and your addresses!

 

Best wishes,

  <> 

ITO

International Theatre of the Oppressed Organisation

Ronald Matthijssen

Project Development and Evaluation

Nystadstraat 72

NL-3067 DT Rotterdam

The Netherlands

Phone: +31 597 594492

Fax: +31 597 594435

Email: ramatthyssen(at)formaat.org

Web: http://www.theatreoftheoppressed.org/

 


Under Pressure ist die internationale Zeitung des Theater der Unterdrückten

Dear friends and colleagues,

in this issue of Under Pressure (http://www.formaat.org/nieuws/latestup.php)  you will find more news about the ITO. The core of UP 14 is made up of nine so-called exemplary projects, listed as annex to the Declaration of Principles already published on our News page. Below I included the editorial that precedes the list of the projects:

 

A World of Dialogue

Nine projects from across the globe

Rotterdam/Paris/Rio, May 2003: ITO lives!

In the passing months, many colleagues reacted very positively to the birth of the ITO. It is regarded as another step to tie the world of TO more closely together, to create opportunities for a wider use and to achieve recognition on every possible level.

We have been working hard to prepare a document that will be sent to governments, international organisations and foundations, to convince them to support and stimulate the practice of Theatre of the Oppressed.

The document contains the declaration of principles, published in Under Pressure 12/13, and a list of what we called exemplary projects.

Exemplary  Projects

This issue of Under Pressure presents you the full text of these projects.

They represent a cross-section of what Theatre of the Oppressed has already achieved in many areas of global society: human rights, health, education, prisons, democracy, rural areas, civil war areas, sustainable development and therapy.

The list is not exclusive, we could have taken in many more successful projects, but a choice was made to select one project from every region of the world.

We hope this list will encourage others to send in information about their projects as well, so that we can publish them in the following issues of Under Pressure. The most important thing about ITO is exchange.

It can be very stimulating and inspiring to learn about the activities of others, it can create networks and even projects developed in collaboration.

Ambassadors

We are also sending the document to potential ambassadors of ITO, people of public renown who want to contribute to the development of Theatre of the Oppressed both in their country as well as internationally.

Among the first ambassadors are Jack Lang, former French Minister of Culture, Adriane Mnouchkine, artistic director of Theatre du Soleil and the famous journalist and photographer Sebastião Salgado.

If you know any people in your country we should contact, please let us know! If contacts already exist, you can present them this issue of Under Pressure, along with a copy of the Declaration of Principles in the relevant language.

Flying  Jokers

In the following weeks, the grant applications for the Flying Jokers project will be distributed to international funding agencies. The preparations for this first ITO project (see Under Pressure 12/13) have already commenced. A meeting in Mostar, the designated location for the project, will take place this summer. ITO is also involved in the development of an HIV/AIDS prevention project in Ethiopia, which has a significant TO component and could boost the implementation of TO in Africa.

The condensed version of the project outline of Flying Jokers is also part of this issue. If you would like to become one of those Flying Jokers, please let us know. We are especially looking for emerging TO practitioners from countries where the number of training facilities is low.

You can contact us in the following languages through:

julian.boal(at)libertysurf.fr (French and Portuguese)

lucopdebeeck(at)formaat.org (Dutch and English)

ramatthyssen(at)formaat.org (German and Spanish)

Please forward this issue of Under Pressure to as many people as you can!

The Flying Jokers programme will be published on our News page shortly, we apologize for the inconvenience!

 

Warmest regards to you all.

ITO lives!

Ronald Matthijssen

Stichting Formaat

The Netherlands

Phone: +31 597 594492

Mobile: +31 6 2035 3822

Fax: +31 597 594435

email: ramatthyssen(at)formaat.org

web: http://www.formaat.org/

international: http://www.formaat.org/uk/yp/index.php


Die Kanadischen KollegInnen waren 1997 Gastgeber

http://home.echo-on.net/~mixedco/

ist die Seite der Mixed Company in Toronto

 

Forum Theatre is referred to in many different ways including Theatre for Living, Theatre of Provocation, Theatre for Change, Theatre of Liberation, Theatre of the Oppressed and Democracy Theatre.

 

Developed by Brazilian director, Augusto Boal, and based, on part, on the teachings of Paulo Freire, Forum Theatre is a specific body of techniques designed to teach people how to take an active role in their community, both through their local government, and through directly finding solutions to a problem in their particular community, whether it be environmental, social, political or economic.

 

Recognized by the United Nations through UNESCO as an official “tool for social change”, Forum Theatre is an enormously beneficial and useful bank of innovative techniques. It has been used all over the world to influence legislation and encourage the building of more civil societies through the cultivation of an engaged and enlightened citizenry, respectful of human rights and responsibilities.

 

Forum Theatre is designed to reach out to people from all alks of the community from professionals to the homeless, youth, adults, men, women, children and seniors. The Forum Theatre techniques that they learn provide them with the tools they need to find community solutions to community problems.



 

more of forum-theatre in school,
in community, at the workplace ...


Institut für Jugendarbeit, Gauting

Reflexionen zu den Theaterprojekten in der Reihe "gegen Gewalt ..." im Jahr 2001

 

SCHATTENGRENZEN

je heller das Licht,

je zentraler die Quelle,

so klar sind die Schattengrenzen.

 

in dieser Zeit der vielen Lichter,

farbig, flackernd und in Bewegung

sind Grenzen nicht mehr festzuhalten.

 

das Flimmern vor Augen

erscheint uns als Licht

und ist doch nur Reflex.

 

und plötzlich kommt der Rassismus auch aus den Pfarrhäusern und Synagogen

wird die Fascho-Parole zur Waffe der Zurückgebliebenen und Benachteiligten,

auf die linke Rechthaber zu Recht einschlagen.

 

war noch Hoffnung angesichts eines verliebt turtelnden Kriegsministers,

räumt im eigenen Reflex die Neue Weltordnung mit der alten Welt auf:

Terror hat schon immer das Denken klein gemacht, wir sind im Krieg.

 

Idee und Hintergrund des Forum-Theater

Das Forum-Theater ist die zentrale Methode in einem sehr umfangreichen Kanon von theaterpädagogischen Spielen und Übungen, die Schauspiel-Methoden für die dialogische Kommunikation erschliessen:

 

Augusto Boal entwickelte sie unter der Titel "Teatro Oprimido" (Theater der Unterdrückten) seit den sechziger Jahren zuerst in südamerikanischen Ländern, dann in den siebziger Jahren im europäischen Exil. Sein Volkstheater war ursprünglich sehr von Brecht inspiriert, dem er auf der Suche nach neuen dialogischen Formen im Theater folgte.

In einer Forum-Theater-Szene wird eine Situation, die als Druck oder Unrecht empfunden wird, bis zu dem Punkt gespielt, an dem die Hauptperson in ihren Zielen scheitert. Dann eröffnet ein Joker / SpielleiterIn dem Publikum die Möglichkeit, die Situation in anderer Weise zu Ende zu spielen. Mehrere Vorschläge werden gesammelt, um verschiedene Reaktionsweisen auf das Unrecht zu erproben.

 

Der Titel "Theater der Unterdrückten" nimmt auch Bezug zu seinem pädagogischen Vorbild Paulo Freire, der mit der Pädagogik der Unterdrückten eine Grundlage für Alphabetisierung und Bewusstseinsbildung durch befreiende Pädagogik zuerst für Brasilien, dann über den Weltkirchenrat für viele afrikanische Länder schuf.

 

Beide sind inzwischen durch viele Doktorhüte und vor allem durch die UNESCO geehrt und haben mit ihren Methoden in vielen Ländern Eingang in die allgemeine Pädagogik gefunden.

 

Unsere szenische Arbeit

mit Jugendlichen in verschiedenen Schulen, Jugendeinrichtungen und Fortbildungen hat mir sehr viel Blauäugigkeit sichtbar gemacht, bei allen Beteiligten.

 

Meine Blauäugigkeit lag sehr oft in der optimistischen Planung, in der Ermutigung und in Erwartung klarer Ergebnisse, bei KollegInnen sah ich oft Staunen über die Möglichkeiten und starken Kräfte der Szenen, bei Schulleitern die Hoffnung, mit allgemeinem Gerede unbeschadet davon zu kommen, bei Lehrkräften und Verantwortlichen der Jugendarbeit, das Richtige getan zu haben.

 

Die meisten Schüler waren auf dialogische Differenzierungen gar nicht vorbereitet, hatten flaches Schlaglicht-Wissen, Urteile und Fronten-Denken parat. Das Stoff-System steht überall gegen dialogische Auseinandersetzung, die auch Haltungen und Gefühle Anderer zu ergründen und verstehen versuchen würde.

 

So standen wir mit den Methoden des Statuen- und Forum-Theaters manchmal etwas skurril zwischen den ernsthaften Anforderungen des Schulbetriebs, durften auf Aktionstagen auch mal ein Parallelprogramm zu Bundesjugendspielen bieten.

 

Viele wirkten sofort engagiert mit, manche wollten mit den Methoden auch gleich ihr Laienspiel aufpeppen, andere sahen nur Sketche und nicht die offene Fragestellung, die Veränderung herausfordert.

 

Methode und Szenenerarbeitung

Zu Beginn stehen wir im Kreis, nehmen unsere Füsse am Boden wahr, die Bewegungsmöglichkeit des einen Fussknöchels, der zweiten Seite ... die Knie, Becken, Rückgrat, Schultern, Brustkorb, Hals, Zunge, Stimme, Gesicht, Augen ... jeweils mit kleinen Ausdrucksübungen und Geschichten, die "ankern" können, Erinnerungen wecken.

 

Die erste Partner-Übung ist zu zweit und lässt Grenzen im Bewegungsradius erkennen: Eine Hand führt (auf Abstand) das Gesicht der PartnerIn. Welchen Vorgaben ist sie bereit zu folgen?

 

Die gleiche Übung auch noch zu dritt, mit anderen Partnern: Frage der Macht-Gefühle und Verantwortung.

 

Davon geht es in die weiteren Schritte des Statuen-Bauens: Eine Person "nehmen", zur Statue "einfrieren", dann formen, Spannungsbögen im Körper entdecken und betonen, das Gesicht "in einem Spiegel " zeigen, die Augen (mit zwei Fingern) auf einen Punkt ausrichten, einen Satz, ein Wort oder einen Ton geben, ... und fertig ist die erste Galerie, die von den BildhauerInnen betrachtet werden kann. Diese sollen dabei eine Haltung zu den Statuen und ihren Äusserungen einnehmen und reagieren.

 

Die Statuen können schon zu einem Thema gestellt werden, aus den geformten Bildern werden die generativen Themen der Teilnehmenden gesammelt: Was ist für mich an diesem Thema mit Druck beladen, was möchte ich ändern, was hat mich geärgert ...?

 

Die Bilder können auch schon mit ersten Methoden analysiert werden: "Stimmen hören" und "Gedanken lesen" fordert die Gruppe zu allen möglichen und unmöglichen Interpretationen heraus, die möglichst schon wild durcheinander kommen, damit nicht zu viel Zensur zurückhält.

 

Die nächste Statuen-Reihe kann dann schon zum Thema Konflikt, nun wieder in Dreier-Gruppen, gebaut werden: Zum Thema passend, werden durch eine RegisseurIn zwei Statuen so zueinander gestellt, dass sie, wie maschinell, im Höhepunkt des Konfliktes bleiben und ihre Sätze wiederholen.

 

Aus diesem Kern-Stück (Nucleo) können wir dann schon (in grösseren Gruppen) die Forum-Szenen entwickeln: Wie kam es zu dieser Haltung, wie sieht die Vorgeschichte in mehreren Schritten aus? Sind wir am Höhepunkt und "Fall" der Geschichte?

 

Die Dramatik des Forum-Theaters gibt dem Publikum die Möglichkeit, die unterdrückte Hauptperson kennen und lieben zu lernen, bis sie dann in ihrem Bemühen scheitert: Dann ist die Zeit des Jokers, eines Spielleiters, gekommen, der das Publikum zur Veränderung der Szene herausfordert und ermutigt.

 

Damit die Szene auch sicher, ansprechend und wiederholbar wird, benutzen wir einige Proben-Techniken, wie das "spielen als Tiere", "Stop, was denkst du?".

 

Und dann geht es schon beinahe auf die Bühne: Aufwärmübungen erinnern noch mal an die erste Runde der Ausdrückübungen, grosse Bewegungen, die geübte Stimme und der gemeinsame Rhythmus geben uns Sicherheit.

 

Wenn dann aus dem Publikum jemand kommt und eine Veränderung spielt, werden sich die "Unterdrücker" entscheiden, ob sie sich davon beeindrucken lassen und ihre alte Haltung aufgeben. Wenn nicht, gibt es ein neues Spiel ...

 

Gewalt-Bilder blieben oft abstrakt und symbolisch wie die Informationen und Gefühle dahinter. Diese wurden eher an interkulturellen Konflikten und Ängsten deutlich spürbar. Entsprechend lagen Veränderungsversuche eher in der Distanz als im Kontakt - aber Flucht erhöht die Angst.

 

Ausschnitte vom Workshop Forumtheater mit sechs 9. Klassen der Realschule Aichach zum Thema KONFLIKTE am 29.Juni 2001

 

Zusammen mit Christine Fink, Farina Simbek, Tina Dürr, Vroni Jabinger, Ivo Wieczorek, Johannes Ponader und Claudia Hüttner, (stud. Päd + Theaterwiss.) in den Gruppenleitungen

 

Gruppe 3, Statuen: Schlägerei zwischen zwei Mädchen, Grund: Eifersucht Ort: Disco Mädchen liegt am Boden, Junge ballt über ihr die Fäuste Junge rücklings am Boden, Mädchen steht über ihm, hebt ein Bein, als wolle sie ihn ins Gesicht treten: Mädchen gehört zu einer Gruppe von Skins, der Junge am Boden ist ein Türke.

 

Forum-Szene daraus: Mädchen, offensichtlich aus der rechten Szene, pöbelt einen Türken an, der ihr auf der Straße begegnet: Heh, warum machst du mich an? sie schubst ihn, er weicht aus, will keinen Ärger, sie schubst ihn gegen eine Wand, er steht mit dem Rücken zur Wand, sie tritt ihn, er greift sie an den Armen, sagt: Heh, spinnst du, hör auf!

 

Konflikt: er hat keinen Bock auf Schlägerei, wie soll er’s ich diesem Mädchen gegenüber verhalten? Es endet im Anfangsbild: er liegt rücklings am Boden, sie steht mit erhobenem Stiefel über ihm. Jetzt ist eigentlich alles zu spät...oder?

 

Wir spielen die Szene wiederholt und statten sie aus: die Mädels, die sie anfeuern. Ein Mädchen, dass durch einen Schrei etwas zu verhindern versucht, ein junge im Eiscafé, der nur meint: sollen sie sich doch woanders schlagen. Je öfter wir die Szenen spielen, wir den Beteiligten klar, dass sie nur etwas verhindern können, wenn sie früher einschreiten, als erst im letzten Moment.

 

Schließlich wird aus dem, der anfangs nur ein desinteressiertes "sollen sich doch wo anders schlagen" äußert, derjenige, der nun tatsächlich eingreift und das schlagende Mädchen zurückhält.

 

Fazit: am Ende griffen die Schüler viel früher und mit Überzeugung in Gewalt-Szenen auf der Straße (hier: deutsches Mädchen gegen einen Ausländer) ein. Schade: es bleib keine Zeit ausführlicher auf einige Äusserungen / Vorurteile einzugehen

 

Gruppe 4:Wir haben dann versucht, uns auf eine Statue zu einigen (per Fingerzeig), es kam aber anfangs relativ wenig zu den einzelnen Bildern. Deshalb haben wir mehrere Statuen besprochen, was den Jungs wohl so ein bisschen das Blickfeld geöffnet hat: AHA, man kann in verschiedenen Situationen unterschiedlich reagieren und somit reagieren auch die Interaktionspartner anders.

 

Schritte: was denken bzw. sagen die Einzelnen, was sind die ersten Impulse (Zuschauer, Statuen): => oft kamen einfach so Aussagen wie: "da kann man nix machen", "was soll der am Boden liegende schon tun"; "der hat doch eh absolut keine Chance"; dann eben doch dieses AHA-Erlebnis (zumindest bei einigen)

 

Nachdem es eben oft Bilder waren, die kaum auflösbar schienen und die Bemerkung fiel, daß es doch im Leben / in der Schule auch so ist, habe ich den Impuls gegeben, dies als Bild zu sehen. Es kam dann gleich die Idee, der Mensch, der am Boden liegt (also keine Chance hat) ist die Metapher für die Schüler und derjenige, der die Macht hat und diese ausnutzt ist die Schule, die Schulordnung.

 

Dieses Bild hat den meisten wohl zugesagt und auf den Anstoß hin, wo sie diese Unterdrückung wirklich spüren konnten, haben sich ganz interessante Bilder entwickelt.

 

Gruppe 5: Ein zentrales Thema, das in mehreren Szenen auftauchte waren Gangfight (von dem ich allerdings nicht herausfinden konnte, ob er real oder aus Filmen abgeschaut war) bzw. Auseinandersetzungen zwischen Ausländern und Skinheads, was den Erfahrungen der Teilnehmer auf jeden Fall entsprach.

 

Eine Junge berichtete mir kurz von einer Auseinandersetzung, die er am Wochenende zuvor mit einem Skinhead gehabt hatte. Weitere Bilder zeigten Gewalttätigkeiten in Ehe oder Beziehungen, wobei die Lösung im Falle des Ehe-Bildes leider eine gehörige Portion Gegengewalt enthielt.

 

Das Ehe-Bild -das letzte Bild, das entstand und diskutiert wurde- war das eindrucksvollste, das im Workshopverlauf entstand, wobei einer der Teilnehmer den Vater als alkoholabhängig charakterisierte. Die Vermutung liegt nahe, daß der Schüler selbst von einem solchen Problem betroffen ist. Leider ließ er sich nicht zu weiteren Aussagen bewegen.

 

Gruppe 6: Erwischt -werden beim Rauchen.

Dies war auch das Bild, an der wir vorher schon am intensivsten gearbeitet hatten, weil ich gespürt hatte daß das Interesse der Gruppe (und mein Interesse an diesem Bild groß war.

 

Vorgeschichte: Es ist Pause, der Lehrer muß die Toiletten kontrollieren, er riecht den Rauch schon, die Schülerin hat er schon öfters erwischt. Es entwickelte sich spontan eine sehr viel Widerstand bietende Schülerinnenfigur, (die in der Staue schon angelegt war), die provozierend die Aufforderungen der Lehrerin ignorierte.

 

Also wurde der Direktor hinzugezogen, der auch nicht mehr ausrichten konnte. Der Gruppe wurde klar, daß die unterdrückten Personen eigentlich die Lehrer waren. Um die Szene noch klarer zu bekommen, verlegten wir uns ins Klo und probten dort weiter. Die Rollen wurden in diesem Moment festgelegt, damit die Spielerinnen nun Sicherheit gewinnen konnten.

 

Dabei forderte die Gruppe jeweils bestimmte Gruppenmitglieder auf, bestimmte Rollen zu übernehmen (die, die die Rollen in der offenen Phase am überzeugendsten gespielt hatten).

 

Zur Abwechslung und um weitere Impulse zu geben bekam zum einen die Lehrerinnenrolle, die etwas unsicher und der Gruppe teilweise zu nett war, eine Instanz zugeordnet, die ihr ihre inneren Gedanken zusprach (Jetzt raucht da schon wieder jemand, jetzt reichts mir aber, diesmal wird ich hart durchgreifen...). Es fiel ihr anfangs nicht leicht, so zu spielen (mit dem ständigen Gequassel im Hintergrund, wohl auch, weil sie etwas Scheu hatte, die autoritär auftretende Lehrerin zu spielen, aber mehrer Versuche brachten ihr Sicherheit.

 

Auch ersetzten wir in einem Durchlauf die Rollen durch Tiere, die die Gruppe spontan zuordnete (dabei bezog ich wieder die weniger aktiven stärker ein) und spielten so die gesamte Szene, die dann schon nahezu satzgenau festlag, durch. Das war sehr lustig und es bereitete zuerst Schwierigkeiten, dabei die Szene ernsthaft zu spielen, aber auch das gelang nach mehreren Anläufen. Schließlich beschloss die Gruppe sowohl die gesprochene Szene, als auch die Tierversion im Forum zu präsentieren, falls Raum dazu da war.

 

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Alle Erläuterungsmuster, die ich im Umfeld mithörte, sparten die Elemente Benachteiligung und Konkurrenz aus, hofften auf Erfolge von Belehrung, nicht von Auseinandersetzung. Mein Eindruck ist, dass die SchülerInnen noch sehr geduldig sind, gegen manche Strukturen und freundlichen Bevormundungen würde auf die Dauer wohl eher ich gewalttätig werden.

 

Aber zum Glück werde ich ja meist für Dialog-Arbeit und partizipative Veränderung bezahlt, und habe so noch genügend Gelegenheit, meine eigene Art der Auseinandersetzung mit erstarrten und überlasteten, aber ausgehaltenen Strukturen zu üben.

 

Nov / Dez 2001, in der Vorbereitung auf die erste Kriegsweihnacht in der Neuen Weltordnung, in der Präsidenten und Kanzler die schlechtesten Vorbilder für unsere Jugendlichen sind,

Fritz Letsch

 

Projekte für Demokratie, gegen Rassismus ...

 

UNSERE STADT

ein Modell-Projekt für eine Praxisklasse

16 Jugendliche, ca 14-16 Jahre alt, an denen die Schule versagt hat, sollen in Begleitung von Studierenden der Pädagogik und Sozialpädagogik zur intelligenten und gemeinsamen Verfolgung ihrer Interessen zurückfinden.

Drei Schultage mit Theater-Elementen und ungewöhnlichen Erlebnissen sollen aussergewöhnliche Lebenswelt-Erfahrungen für die Schüler sein, die sie möglichst gemeinsam bewältigen.

 

In begleiteten Dreier-Gruppen werden sie ungewöhnliche Situationen wie Frühstück bei Mitschülern, Besuch und Interviews im Rathaus, in einem Seminar in der Hochschule, in einem Strassencafe, in einer Rundfunk- oder Zeitungs-redaktion, in einem Kaufhaus, im Eine-Welt-Haus, in einer Einrichtung für Asylbewerber, beim Tollwood-Festival, in sonstigen Beratungsstellen, in einem Jugendzentrum zum Abendessen oder in einer Theater-Vorstellung landen.

 

Die Begleitenden könnten (zeitlich begrenzt) auf Fragen jeweils nur mit Ja und Nein antworten, so weit dies Sinn macht, um die Teilnehmenden sicher als Akteure in der Handlung zu halten.

 

Vorbereitung Montag 2. Juli 2001 9.30 bis 12.10 in der Schule

Durchführung Dienstag 3. Juli 9.30 Stadtmitte bis ca 21 Uhr

Nachbesprechung Mittwoch 4. Juli 8.45 bis 12.10 in der Schule

Das Projekt wird als Modell über das BJR Projekt für Demokratie und Toleranz finanziert.

 

... und ein Bericht (Ausschnitt) von ivo.wieczorek(at)arcormail.de

Meine Gruppe, bestehend aus drei deutschen und einem jugoslawischen Jugendlichen (alle zwischen 15 und 16 Jahre alt) entschied sich für folgende Stationen: GEWERKSCHAFTSHAUS, EINE-WELT-HAUS, TOLLWOOD-FESTIVAL.

 

Ich empfand die Wahl als äußerst gelungen, da

- Gewerkschaften meines Erachtens besonders für diese Jugendlichen in ihrem bevorstehenden Berufsleben wichtig sind. (...)

- Das Eine-Welt-Haus war mir wichtig, da an meiner Gruppe ein Jugendlicher mit rechtsradikalen Tendenzen teilnahm. (...)

- Das Tollwood-Festival steht mit seiner Idee für die alternative, biologisch-dynamische Idee und berührt somit den Bereich einer Sensibilisierung für ökologische Fragen.

 

Meine Gruppe startete von der Schwanthalerhöhe aus.... Erste Station war das Gewerkschaftshaus, wo wir leider -mangels Vorabtermin- niemanden der Jugendabteilung sprechen konnten. Schließlich nahm sich ein Herr der Organisation der Region München unserer an und stellte sich den von den Schülern vorher aus einer Liste ausgesuchten Fragen.

 

Die Zentralfrage dabei war die Erklärung in einem Satz, was eine Gewerkschaft ist.

Die zweite Station war das Eine-Welt-Haus, wo uns ein Palästinenser viel über die Idee und Entstehung des Eine-Welt-Hauses berichtete. Schön waren vor allem seine Aussagen zu Menschenwürde und Toleranz. Seine Zentralansicht war, daß jeder sein Land lieben solle aber dabei die anderen Kulturen nicht verdammen solle.Ein Schüler zeigte sich auch fasziniert von seiner Ansicht, daß Probleme mit den betreffenden Gruppen (Jugendliche, Afrikaner etc.) gemeinsam entwickelt werden müssen, daß ihnen geholfen werden soll, sich selbst zu helfen.

 

Das Tollwood-Festival erwies sich eher als Reinfall, da die beiden Praktikantinnen, die sich unsren Fragen stellten, sehr wirr und oberflächlich und mit den Schülern unbekannten Wörtern antwortete, so daß sich die Idee hinter Tollwood nicht vermittelte.

 

Literatur und weitere Materialien:

Augusto Boal: · Theater der Unterdrückten,

Der Regenbogen der Wünsche, Methoden aus Theater und Therapie, Kallmeyer 1999

legislative theatre, using performance to make politics Routlegde London/New York 1998

Fritz Letsch: Theater macht Politik, Die Methoden des Theater der Unterdrückten in der Bildungsarbeit, Gautinger Protokolle im Institut für Jugendarbeit des BJR, Germeringerstr. 30, 82131 Gauting www.institutgauting.de, institutgauting(at)t-online.de (bisher Euro 7,50 + Porto)

 

Fritz Letsch: Engpass, Forum-Theater in Deutschland, ein Abriss, in: Korrespondenzen Zeitschrift für Theaterpädagogik über Prof. Gerd Koch an der Alice-Salomon-FHS Berlin, Heft 34/1999: Reflexionen Perspektiven: 20 Jahre Theater der Unterdrückten in Deutschland; in Nr. 23 Stimmkonzert, Nr. 30 Forum-Theater, Legislatives Theater

 

VIDEO-Film

Fritz Letsch und Wolfgang Fänderl: Videofilm: "Theater, wie im richtigen Leben!" interkulturelles schul - theaterprojekt "miteinander reden lernen", Verleih und Bezug über das Inkomm, INKOMM Projektzentrum interkulturelle Kommunikation, Rupprechtstr. 25-27, 80636 München,tel. 089-121643-06,fax 089-121643-07 ca € 25 für Einrichtungen (mit Aufführungsrecht) und € 15.- privat.

 

Zeitschrift für befreiende Pädagogik der Paulo-Freire-Gesellschaft, Nr. 25/26: Szenen verändern, Joker aus Rio unterwegs; in www.paulo-freire-ges.de

und in den internet-gruppen

© Fritz Letsch 2002

Morawa, eine großen Villa,  besser, ein Schloß, richtig gutes Essen und toll eingerichtete Zimmer. Mitten in der polnischen Pampa. Das wollte uns so richtig natürlich keiner glauben. Erst recht nicht, als wir durch den Ort Morawa fuhren. Alte, dreckige, kaputte Häuser, Schotterstraßen, ABER DANN...

Ein großes weißes Gebäude stand vor uns, eine grüne Wiese und ein großer See gleich nebenan. Da haben wir den Mädels echt nicht zu viel versprochen.

Die folgenden zwei Tage spielten sich ungefähr so ab: von dem viel zu leckeren Essen ...

Gut Muhrau (Morawa) Das Gut war bis 1945 im Besitz der Familie von Wintherstein und nach dem Krieg in der Hand einer polnischen LPG, die bis in die 80er Jahre erfolgreich produzierte. Das Grundstück reicht soweit das Auge reicht. Unvorstellbar, dass eine Familie einmal soviel Land besessen hat.
Die jüngste Tochter des ehemaligen Gutsbesitzers, Frau von Werner, ist heute Vorsitzende einer Stiftung, die sich um deutsch-tschechische und polnische Begegnung bemüht. Die Stifterin beeindruckt mich durch ihre Gelassenheit angesichts der großen Aufgabe ein riesiges Haus in Stand zu halten. Humorvoll stellt sie unter Beweis, dass sie keine Ressentiments gegenüber der deutsch-polnischen Vergangenheit hegt. Ich nehme mir vor, wieder einmal Marion Gräfin Dönhoffs, Kindheit in Ostpreußen, zu lesen.Allmählich beginne ich zu verstehen, was es bedeuten muss, diese naturgeprägte Art von Heimat zu verlassen und als Stifterin gemeinnütziger Ziele zurückzukehren.

Das Schloss beherbergt heute einen Montessori Kindergarten, der kostenfrei für die Kinder in der Umgebung zur Verfügung steht, und Übernachtungs- und Tagungsräume einer Akademie, die sich um osteuropäische Verständigung bemüht.  http://www.morawa.org/

auf Gut Morawa


Morawa im Forum-Theater-Fieber

Morawa am Nachmittag des 12. Februar 2004:

 

Gegen 17 Uhr fuellt sich die Aula des Tagungshauses, noch mehr Stuehle werden geholt: Die Forum-Theatergruppe hatte eingeladen, und Leute jeden Alters und verschiedener Berufe kamen.

 

Nach der Begruessung durch das Haus und die Projektleitung im Auftrag des Institut fuer internationalen Austausch, Katrin Koops, berichtet der Theaterpaedagoge Fritz Letsch aus Muenchen vom Hintergrund der Methoden, die sein Lehrer Augusto Boal in Brasilien in der Zeit des Widerstands gegen die Militaerdiktatur entwickelt hatte, um gegen Unrecht und fuer demokratische Mitwirkung zu kaempfen.

 

Die 15 jugendlichen Teilnehmenden der Werkstatt stellten nach auflockernden Uebungen mit dem Publikum drei Szenen zuerst in deutsch, dann in polnisch vor, die erst von den Zuschauenden zu einem guten Ende gefuehrt wurden:

 

Eine ungerechte Behandlung in der Schule, die zuerst auch durch den Direktor und die Eltern nicht verhindert wird,

Die Schwierigkeiten fuer Auslaender, an das richtige Ticket nach Rom zu kommen, und sich sicher verstaendlich zu machen,

Ein Diebstahl im Bus und der Mut, das Gesehene oeffentlich zu machen, und Reaktionen der Mitfahrenden zu bekommen.

 

Die Besucher verschiedenen Alters riefen immer wieder "STOP!" um den schlechten Ausgang der Szenen zu verhindern, und griffen mutig in das Geschehen ein. Sie ergriffen das Wort als Mutter oder als Schulleiterin, sie halfen Touristen und hielten den Dieb im Bus auf.

 

Nach eineinhalb Stunden bei einer Tasse Tee meinten einige aus dem Dorf, so etwas muesste es oefter geben, hier ist kulturell nicht genuegend los.

 

Danke fuer die guten Erfahrungen und die Uebersetzungen!

Es gibt sicher demnaechst weitere Werkstaetten fuer Forum-Theater! Dafuer braucht man keine Schauspielausbildung, es reicht der Mut, an die Tabus der Gesellschaft zu gehen, und den Dialog zu eroeffnen, wie es die 15 Teilnehmenden zwischen 16 und 19 Jahren gemacht haben.


bin grade noch in Polen ... (gewesen)

im Auftrag des http://www.ifa.de institut fuer auslandsbeziehungen in Morawa 1, auf einem wunderschoenen alten Gut http://www.morawa.org/ 

Die Stiftung Jagwida / heilige Hedwig befindet sich in einem Gutshaus in Muhrau, im Herzen Niederschlesiens, (wie ein Schloss, mit Turm und kleinem See im Park) bei bester Verpflegung und Unterhaltung: 15 hoch motivierte Leute werden am donnerstag eine oeffentliche Auffuehrung hier auf die Beine stellen:

klauen im bus, ein streit vor dem schuldirektor, die mangelhafte behandlung von touristen am fahrkartenschalter: themen der jungen leute hier.

ansonsten liegt dicker schnee im park, in dem die hunde tollen, und heute abend kommt ein masseur ins haus, ansonsten sitzt man hier herrlich vor dem kamin ... und etliche sprechen sehr gut deutsch.

Die Erholung hatte mir wirklich gut getan, und sogar unsere lange Rückfahrt war ein spannendes Abenteuer, das die gespielten Szenen in Erfahrungen übertroffen hat:

Bei der Bahn-Auskunft in Breslau: Die Dame am lokalen Schalter versteht zwar Fremdsprachen ... dafür der Herr am internationalen Schalter nicht!

Er sagt, es gibt nur zwei Züge nach Prag, um 1 Uhr und 7.43, mehr nicht. Steht auf seinem Zettel an der Wand, ein Kursbuch hat er nicht.

Zurück zur anderen Information: 

Zu Sebastian kommt in polnisch von einer Mitarbeiterin: Sie lügen!

Immerhin benutzt die Kollegin dann ihren Computer, (den einzigen, den wir sehen) dessen Bildschirm aber erlischt, als sie ihn zu uns drehen will. Die Schlange hinter uns erschrickt! 

Es gibt den Zug, und sie schreibt ihn dann auch auf ein Blatt, ein Drucker steht zwar dort, aber wohl ohne passendes Papier?

Später im Zug bekommen wir weitere Auskünfte, andere Verbindungen, ein netter Lokführer macht uns auf ein Eisenbahn-Museum aufmerksam.

Die Fahrt durch die tief verschneiten Sudeten geht gemächlich, wir lernen viele Stationen kennen, sehen Dörfer mit manchen einbrechenden Häusern, ruhende Bergbaugebiete ...  

An der Grenze sind wir die einzigen Fahrgäste, sechs Grenzer und Zöllner stürzen sich auf uns, aber eine nette tschechische Gaststätte richtet uns wieder auf.

Im Hauptbahnhof  Prag ein entsprechendes Spiel: Am Informationsschalter ein älterer Herr, der mich ausgezeichnet versteht, aber nicht für internationale Verbindungen zuständig ist.

Die internationale Auskunft finden wir nach einiger Zeit, der junge Mann dort versteht aber weder deutsch noch englisch. Auch auf polnisch ist ihm keine Auskunft zu entlocken, die zu unserem gewünschten Zug passen will.

Die Nacht in Prag von 22-4 Uhr wandern wir den Wenzelsplatz hinab, bei Jan Palach vorbei und durch die alten Gassen zum Rathausplatz, über die Moldau den Hradschin hinauf und wieder zur Kleinseite hinab, grüssen auf der Karlsbrücke in aller Ruhe die Moldau von Ihnen:

Überall sind in aller Ruhe junge Leute unterwegs, viele aus Polen, meint Sebastian, und wir kehren noch auf der Kleinseite in einem Literaturcafe ein, bis es schliesst.

Morgens ist in der internationalen Auskunft ein anderer junger Mann, der sich zwar kein Wort entlocken lässt, aber schweigend die richtige Auskunft aus seinem Computer herüberschiebt. Hier stehen viele Computer!

Viele Skifahrer begleiten uns im Tiefschnee bis kurz vor die böhmische Grenze, an der wir in Bayrisch Eisenstein dann wieder die einzigen Reisenden sind.

Der Kulturschock geht weiter:

Hochmoderne Treibwagen mit freundlichen Ansagen bringen uns hinunter an die Donau, wo im Bahnhofskiosk Plattling bester Kaffee den grau nieselnden Morgen verbessert, bis wir dann in allmählich gefüllten Waggons auf das mittägliche München zusteuern.

Hier in München liegt kein Schnee mehr, die Stadt steht unentschlossen herum ...   fritz