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Diese Seiten sind nur noch eine Dokumentation des Eineweltnetz.org,
das vor allem die Projekte im Jahr 2003 dokumentiert.

Autor: http://www.fritz-letsch.de

Viele Links sind nicht aktualisiert, deshalb am Besten immer wieder "zurück"
Aktuelles nun auf
http://home.arcor.de/letsch/homepage.htm
mehr zum Gestaltnetz auf http://home.arcor.de/letsch/akg.htm

organisieren
oder organisiert werden ...

mitarbeiten
ein netz braucht tausende von knoten ... ich = einer

KOSOVa 8-2003
und internationale Projekte

GESTALT - Forum
Politik Pädagogik Therapie Supervision

Agenda 21 Eine Welt
München: gsundheit!

Forum-Theater
theater-methoden im einsatz

Paulo-Freire-Gesellschaft für befreiende Pädagogik
PARTIZIP Beteiligung
Kinder und Jugendliche politisch beteiligen

Radio LoRa 92,4
Gegensprechanlage Freitag ca. 22-24 Uhr auf lora924.de

Selbsthilfe & SO
SelbstOrganisation!

Visionstheater
für Teams in Unternehmen

WELTLINX
wer sonst noch in Welt hinausblickt

Gestalt ist so alt wie die Welt ...
und doch so neu wie die Aufklärung der Neuzeit,
der Aufbruch der Hippies und das Bewusstsein um die Selbstorganisation des Lebens.

Was die bis dahin psychoanalytisch arbeitenden Fritz und Laura Perls mit dem anarchistischen Literaten Paul Goodman als erste Theorie in Gestalt Therapy zusammenstellten, beruht auf Grundlagen von Martin Buber (Du und Ich) und Existentialisten, wie sie in jenen Freundeskreisen um Gustav Landauer und Kurt Eisner in der Zeit der Revolution 1918 in München Verantwortung übernommen hatten.

Dabei sollte ursprünglich nicht die Einzeltherapie im Vordergrund stehen, sondern die Rückeroberung der Wahrnehmung und der eigenen Lebensimpulse in der gemeinsamen Arbeit einer Gruppe erlebt werden.

In der Zwischenzeit sind viele der Methoden und Grundlagen Allgemeingut geworden, und doch fehlt im Alltag Vieles am einfachen Wissen über Kontakt, Sinne, Wahrnehmung, Polaritäten und Vermeidungen ... und wie sie bewusst in gemeinsamer Arbeit geweckt werden können.

Solche Gruppen leite ich gerne an. Dazu gehören Gleichgesinnte, ein zeitlicher Rhythmus, vielleicht eine offene Einladung ...

wie zu einer Coaching-Gruppe

Gestalt ist gelebte Kommunikation
ein Vortrags-Konzept:
Bewusstsein per se ist heilsam (fritz perls)

Orientierungen:

Therapien und Hintergründe, Markt und Krankheit ...

Begleitung und Gruppen im Austausch

Bewusstseinsbildung:

Mehr als Einzel- und Fach-Wissen:

Gemeinsames Bewusstsein im Kontakt gibt Kraft

1. Nicht von Krankheitsbildern (Problemen) ausgehen, sondern von Veränderungswünschen

2. Situationen allseitig erkennen löst unter Mitwirkung aller Beteiligten gemeinsam getragene Veränderungsprozesse aus

3. Bilder von den Zielen der Einzelnen und Gruppen vermitteln den Anderen das Gefühl der Motive dahinter

4. Neurosen in Arbeit: eine gesunde Antwort auf eine kränkende Umwelt ... aber nur heimliche Befriedung des Konflikts ... (Verweigerung, Eigensinn, Langsamkeit ... und Bilder voneinander statt Kontakt und Austausch)

5. Widerstand nicht brechen, sondern anerkennen - das löst ihn auf: Paradoxe Theorie der Veränderung: Sobald ich akzeptiere, wie etwas ist, kann es sich verändern!


Gemeinsame Grundlagen von befreiender Pädagogik und Gestalt

emanzipatorische Menschenbilder

Befreiende Pädagogik aus der Pädagogik der Unterdrückten: Bewusstseinsbildung

Gestalt:

-Philosophie, -Politik und -Therapie: Hippies aus den 20er Jahren

Martin Buber: Ich und Du, Vom Existentialismus zur Kibbuz-Bewegung

Der Freund Gustav Landauers ...

Graswurzelpolitik und Anarchismus: Paul Goodman und Thomas von Aquin

Empowerment in der Sozialen Arbeit

Oft sprechen wir von Gestalt-Therapie und meinen dabei einen heilsamen Lebensstil


Gestalt-Pädagogik

Gestalt in der Unternehmensberatung

Gestalt in der Gesprächsführung - auch im Radiogespräch

Gestalt in der Supervision

Gestalt-Theater in Ritualen

Gestalt-Ansatz im Forum-Theater nach Augusto Boal

 

Vom Jetzt zum Wunsch, das Real- dem Idealbild gegenüberstellen;

im Forumtheater auf die Antwort der Beteiligten hoffen und achten;

die Kraft der Veränderung in den Szenen freilegen und ausspielen;

die Theorie zur eigenen Arbeitsweise entwickeln und austauschen.

Grundlagen der Gestalttherapie Fritz Perls und der Situationsaufstellung können in der Personalarbeit ein mächtiges Instrument der Verständigung und der beteiligenden Veränderungsbereitschaft sein. Die Situationsaufstellung ist längst gängige Praxis.

Mit einigen strikten Regeln der Beteiligung, Verantwortung und der Achtung persönlicher Grenzen kann ein maßgeschneidertes und leicht ritualisiertes Werkzeug der Konfliktregelung in Gruppen entwickelt werden.

Beispiel Statuentheater


Konfliktaufstellung:

Beim Statuen-Theater, das ich regelmässig zur Erarbeitung von Forum-Theater-Szenen aus den Themen der Teilnehmenden verwende, wird die ausweglose Situation einer Unterdrückung wie in einem Foto dargestellt.

Die Methode stammt aus dem Theater der Unterdrückten von Augusto Boal, der damit gegen die Militärdiktaturen in südamerikanischen Ländern arbeitete.

Die letzten Verfeinerungen (als Stadtrat von Rio de Janeiro entwickelte er das Legislative Theater) sind auf meiner Homepage zu finden:

http://home.arcor.de/Letsch/entwurf.htm


Eine Situation kann in verschiedenen Versionen aufgestellt werden:

Mit den primär Beteiligten:

- Die primär Beteiligten stellen Stellvertretende in ihrer eigenen gesamten Haltung * als Statue dar 

- Die Umstehenden besichtigen und kommentieren, interpretieren zu den Motiven

- Mögliche Veränderungspunkte werden gesucht und benannt, die Beteiligten können sich, da selbst nach dem Stellen frei, locker an den Gesprächen beteiligen.

Mit den sekundär Beteiligten: Umstehende, Betroffene ...

- Die sekundär Beteiligten stellen nach ihrer Erinnerung, Ablauf wie oben

Mit den tertiär Beteiligten: Lehrkräfte, Erziehende, Verantwortliche, Beratende ...

- Diese Betroffenen stellen nach ihren Informationen, möglicherweise sehr verschiedene Bilder, dann jeweils Ablauf wie oben


Die fünf Schritte zu einer Statue:

[Vorübung: Mit der Hand ein Gesicht magnetisch führen]

1. Die Person [Hand vor Gesicht] nehmen und Einfrieren

2. Die Haltung formen: Fußstellung, Becken, Schultern, Arme, Kopf

3. Das Gesicht im Spiegel darstellen

4. Einen Reaktionspunkt vorgeben

5. Einen Ton, ein Wort, einen Satz zur Wiederholung, wenn der Reaktionspunkt betreten wird.


Grundlagen:

- Statuentheater, Forum-Theater aus dem Theater der Unterdrückten von Augusto Boal

- Familienaufstellungen verschiedener Herkünfte

- Aufstellungen in Einrichtungen, Unternehmen und Betrieben


Erfahrungen:

Seit mehr als 20 Jahren in der Erstellung von Szenen für die Arbeit mit Forum-Theater in den verschiedenen Bereichen der Jugend- und Verbandsarbeit, politischen Bildung und zur Jugend-Partizipation, in Berufs-Aus- und Fortbildungen, Supervision


Grenzen:

zeitliche Konzentration der Teilnehmenden nach Alter und

Reflexionsfähigkeit, moralische Eingriffe und Bewertungen durch Verantwortliche

- ab 20 Minuten brauch ich für die Vorstellung des Modells der

Konfliktaufstellung im Schulhof.


Mit Lehrkräften:

Wir erarbeiten beispielhaft mit einer Konfliktaufstellung die generativen Themen der Teilnehmenden zum Umgang mit Konflikt, zu Konkurrenz und Leistungsdruck, wie in der Abbildung eines Konfliktes die Hintergründe der Beteiligten sichtbar gemacht werden können.


Literatur auf

home.arcor.de/Letsch/entwurf.htm

http://home.arcor.de/Letsch/fachhoch.htm

http://home.arcor.de/Letsch/bewusst.htm

http://de.groups.yahoo.com/group/fritz-letsch/

http://www.joker-netz.de/

http://www.paulo-freire-ges.de/

ein grundlegender Artikel einer Kollegin:

http://www.gestalt.de/stahlmann_anarchie.html

Illusionen und alte Mythen
Der andere Pol von Bewusstsein ist Illusion.
Die eigene Erfahrung durch "altes Wissen" ersetzen?

meine Ausbildung in Gestalt-Arbeit im


Arbeitskreis Kritische Gestalt - Gestaltleben

akg(at)gestaltleben.de  http://www.akg.gestaltleben.de/


Heldenreisen zum eigenen prallen Leben ...

Paul Rebilliot hat mit seinen Family-Circles eine Reihe von Gestalt-Seminaren geschaffen, die verschiedene Seiten und Situationen des Lebens erschliessen.

 

Die Heldenreise ist dabei die prinzipielle Grundform eines jeden Märchens, wie sie Joseph Cambell (Der Heros in 1000 Gestalten) herausgearbeitet hat:

 

Du erfährst deinen Ruf, eine Aufgabe zu übernehmen,

ein Abenteuer in deinem Leben endlich anzugehen ...

definierst endlich die Heldin in dir

- und schon fängt der Dämon

in deinem Körperpanzer an

ganz grauslich zu lachen:

Du doch nicht!


 

Und doch brichst du auf, kommst damit an die Schwelle deines Unbewussten und an etliche deiner eigenen Schwellen, findest deine ganz persönlichen Belohnungen und Schätze und hast damit die letzte Aufgabe, sie in deinem Leben zu integrieren.

 


Ich hab im Institut für Gestalt und Erfahrung  mit Franz Mittermair und Torsten Zilcher http://www.heldenreise.de/

meine erste Ausbildung in dieser Richtung gemacht und dann bei Paul eine sehr spannende Woche Exorcizing the Demon Should  (den Dämon 'Ich sollte' austreiben... ) gemacht, und finde seine Arbeit sehr stark und einfühlsam.

 

Paul hat seine eigene (engl.)

Homepage unter

http://www.directimpactcreativity.com/

 

KollegInnen dieser Ausbildung http://www.heldenreise.de/referent.htm und das umgebende Netz: http://www.heldenreise.de/links.htm

 

 


ein belebender Vorschlag

Lieber Wolf Lindner,

Danke für deine Initiative, die mir sehr gut gefällt, weil mir in den ganzen Projekten die gesellschaftliche Verantwortung fast immer zu kurz kommt. Drei weitere Bereiche würden mir sofort dazu einfallen:

 

gruppen.gestalt

ich würde gern einen bereich ergänzen, der für Perls damals noch logisch war, aber heute an den Rand geraten ist:

 

Er meinte irgendwo in "Ich Hunger Aggression", die Einzeltherapie würde der Sonderfall bleiben, die Gruppe würde den Normalfall darstellen.

Das Angebot von Gruppen ist aber meines Wissens auf wenige Beratungsstellen begrenzt, selten offen dargestellt.

Ich fände die Darstellung gelingender Gruppen und qualifizierter Begleitung von Gruppen sehr wichtig, auch in Abgrenzung zu den alten Selbsterfahrungsmythen.

 

radio.gestalt

vor ein paar monaten hatten wir ein erstes Gespräch in meiner regelmässigen Sendung "Gegensprechanlage" auf Radio Lora München 92,4 (im Internet auf http://www.lora924.de/ ) zur Gestalt-Arbeit einer KollegIn mit psychisch kranken Frauen, aber bisher keine Sendung zur alltäglichen Begleitung und Therapie.

 

theater.gestalt

daran schreib ich grade: die bewusstseinsbildung bei paulo freire, im forum-theater bei augusto boal weitergeführt, entspricht auf der pädagogischen linie sehr dem gestalt-ansatz, und manchmal braucht es nur die klärung von worten und verständnissen, um die arbeiten zu kombinieren, szenen von engpass und entscheidung einem publikum vorzustellen.

 

ein fast fliessender übergang in die richtung lern.gestalt, die die ebenfalls dümpelnden gestalt-pädagogischen ansätze und grüppchen beleben kann?

... herzlichen Gruss   Fritz Letsch

 weiterer LInk: http://www.gestalt.de/

 

Wolf Lindner schrieb:  LindnerWH(at)aol.com   

hallo miteinander,

beim Fernsehen bin ich nun schon seit einem Jahr im Vorruhestand. Dafür schon im 2. Jahr meiner Gestalt-Ausbildung. Das heißt: ich habe einige Zeit für neue Ziele und keine existenziellen Nöte. Denn der größere Teil meines Lebensunterhaltes wird noch sechs Jahre lang vom ZDF finanziert, nur einen Teil muss ich mir dazu verdienen. (Kurzbiografie siehe Anhang 1)

 

Ich kann Filme machen, Texte schreiben, "events" organisieren - und ich kenne mich inzwischen schon ganz gut aus in der Gestalttherapie, mit dem Verstand und den (Spür-) Sinnen, ganzheitlich also. Halte sie für die radikalste und menschenfreundlichste Psychotherapieform und möchte gerne etwas Sichtbares und Spürbares tun für ihre Förderung. Das Ergebnis eines ersten brainstormings habe ich auf fünf Seiten zusammengefasst, "gestalt e.v." - siehe Anhang 2)

 

Mein Wunsch oder meine Vorstellung, wie's weiter gehen kann:

- dass einige der Empfänger dieses Papiers sich untereinander und mit mir kurzschließen und ein oder mehrere Treffen in kleinen Kreisen zustande bringen, um über meine Anregungen zu reden und all das, was in euren Köpfen und Herzen dazu schon gesprossen ist oder als Samenkorn verborgen liegt;

 

- und dass die Erst-Empfänger dieses Papier weitergeben an andere, von denen sie glauben, dass diese empfänglich sind für einen solchen ins Wasser geworfenen Stein. (Zur web-Weiterleitung schicke ich auf Anfrage das Papier auch gerne noch mal per e-mail!)

So, und nun bin ich sehr neugierig auf das feedback! 

Mit sommerlichen Grüßen, Wolf Lindner

An Werner Bock, Würzburg Barbara Staemmler, Würzburg Frank M. Staemmler, Würzburg Karin Guhn-Weiss, Franurt Rolf Merten, Eurasberg Willi Butollo, München Manfred Josewski, Köln Olaf Engelhardt, Berlin Katharina Stahlmann, Berlin Jutta Eifler, Taunusstein Norbert Pöhm, Neulingen Norbert Maack, Eichstätt Erhard Doubrawa, Köln Kim Eike Froeb, Marburg

gestalt e.V.

Verein zur Förderung der Gestalttherapie

Überlegungen zu einer gesellschaftlichen Offensive der Gestalttherapie

von Wolf Lindner

A. Kurzbefund

Die klassische Gestalttherapie im aktuellen Stadium ihrer Weiterentwicklung ist nach meiner Überzeugung die radikalste und im ganzheitlichen Sinne auch die wirksamste (wenn auch nicht immer die schnellste) psychotherapeutische Methode.

In diametralem Widerspruch dazu steht ihr Bekanntheitsgrad – nicht nur bei potenziellen Klienten, sondern gerade auch bei Ärzten und anderen Multiplikatoren, über die eine Einmündung in Gestalttherapie stattfinden könnte.

 

Die Kosten für Gestalttherapie werden von Krankenkassen (seit Erlass des Psychotherapeutengesetzes sogar explizit) nicht übernommen. Begründet wird das mit nicht ausreichenden Nachweisen für ihre Wirksamkeit! (Warum wurde dieser Nachweis nicht schon längst geführt bzw. den Verantwortlichen unter die Nase gehalten?!)

 

Die einen Gestalttherapeuten segeln unter "falscher Flagge" etwa der Tiefenpsychologie oder der Verhaltenstherapie, um Klienten auf Kassenkosten in den Genuss von Gestalttherapie kommen zu lassen.

Die anderen Gestalttherapeuten ziehen sich in die einsamen Höhen einer wohlhabenden Klientel zurück und betonen trotzig, dass die reine Lehre der GT sogar Schaden nähme, begäbe sie sich in die bürokratischen Niederungen von GK und KV.

Wieder andere lassen‘s laufen wie’s läuft nach dem Grundsatz "Was ist darf sein!", übersehen aber, dass gesellschaftliche Mißstände – wenn sie sein dürfen - abweichend von der reinen Lehre sich nicht verändern, jedenfalls nicht zum Besseren.

 

Einen einflussreichen Berufsverband der Gestalttherapeuten, auf den sich eine große Mehrheit der Therapeuten jenseits von abweichenden Auffassungen über Methoden und Inhalten und Strategien verständigen kann und der Gewicht hat in der (gesellschafts-) politischen und der Fachöffentlichkeit – den gibt es ganz offensichtlich nicht.

Die Lobbies der Konkurrenten um Einfluss und Geld-Töpfe hat jedenfalls mit den Gestalttherapeuten leichtes Spiel. Wenn sich da nichts ändert, wissen auch in 50 Jahren die Krankenkassen noch nicht, dass Gestaltherapie nichts mit Töpfern zu tun hat!

Deshalb wäre es gut, ihn bald zu gründen und mit Leben zu erfüllen, den gestalt e.V.

 

B. Die Grundidee

Die einzig erfolgversprechende Organisationsform für eine gesellschaftliche Offensive ist der eingetragene Verein, weil er

nicht kollidiert mit allerlei bestehenden Vereinigungen, die einander nicht selten misstrauisch beäugen, für alle offen stehen kann, die sich an der Förderung der Gestalttherapie beteiligen möchten, auch Nicht-Gestalttherapeuten. Und gerade letztere brauchen wir auch, damit wir nicht im eigenen Saft schmoren.

Der Verein braucht keine formale Legitimation (wie etwa ein Berufsverband), er legitimiert sich durch die Sache, die er fördern will. Als Mitglieder willkommen sind alle, die die Gestalttherapie fördern wollen. Vier verschiedene Arten von Mitgliedern kommen in Frage:

Gestalttherapeuten ("member professional" – mp) Gestalttherapie-Klienten ("member client" - mc) Schüler / Studenten ("member student" - ms) prominente oder fachlich berufene ("member vip" - mv) Außenstehende

 

Die wichtigsten Betätigungsfelder eines gestalt e.v. wären

eine ständige Verbesserung der internen Kommunikation, des Wissens- und Erfahrungsaustausches sowie der internen Organisation (aktualisierte Dateien von Praxen, Einrichtungen, Literatur usw. usw.);

Veröffentlichungen von Büchern Zeitschriften, Filmen, Hörstücken anregen, herstellen, verbreiten (auch vereinseigene Buch-, Schrift- und Filmreihen!);

Lobbyarbeit und Interessensvertretung in Politik, Medien, Fachöffentlichkeit;

die Organisation der unterschiedlichsten Veranstaltungen von (seltener) großen Kongressen über Pressekonferenzen, Fachtagungen, Runde Tische bis hin zu regionalen Mitgliedertreffen / "Stammtischen". Dabei ist ein hohes Maß an Interdisziplinarität anzustreben!

Es ist anzustreben, dass im Verein und seinen Organen eine nennenswerte Zahl nichttherapeutischer Mitglieder aktiv mitarbeiten, das wären insbesondere Journalisten, PR-Spezialisten, Ärzte, Lehrer, Sozialpädagogen, Sozialarbeiter u. a. m. – damit Erfahrungen aus deren Bereichen einfließen und umgekehrt der output des Vereins deren Klientel auch erreicht.

 

Der Verein ist nicht primär dazu gedacht, Fachwissen der höchsten Spezialisierungsgrade auszutauschen! (Am Rande kann dies natürlich auch geschehen).

Dies sind alles nur unvollständige Grundüberlegungen, die ausführlicher Diskussion und Ergänzung bedürfen. Es wäre wichtig, dass sich in der Gründungsphase vor allem auch die bestehenden gestalttherapeutischen Einrichtungen, Institute usw. mit ihrer Infrastruktur und ihrem Bekanntheitsgrad beteiligen.

 

Dabei wird es sicher wichtig sein, dass bestehende Differenzen hinsichtlich Methoden, Ausbildungsrichtlinien oder Philosophien und insbesondere persönliche "Störfaktoren" hintan gestellt werden!

Sie können dann ja gerade (außer dem "Persönlichen") im Rahmen des Vereins ausgetragen werden. Gerade wir Gestalttherapeuten müssten es ja schaffen, uns im Sinne Martin Bubers auf der Beziehungsebene hinreichend sicher zu bewegen, solange es nicht um Nonstop-Seiltänze geht!

 

C. Im einzelnen

Der Verein wird sich in seiner Struktur im wesentlichen an das Vereinsrecht anlehnen (müssen). Es bietet sich aber die Gründung von Sektionen an, die ein bestimmtes Gebiet intensiv bearbeitet und dazu auch recht spezifische Außenkontakte aufbauen kann (die andere Vereinsbereiche nicht interessieren).

Die Leiter dieser Sektionen können dann ggf. den Vorstand bilden (müssen aber nicht).

Fünf solcher Sektionen sind mir eingefallen: (die Punkte dazwischen könnten als Yin & Yang Zeichen gestaltet werden)

1) schrift.gestalt

2) film.gestalt

3) heil.gestalt

4) lehr.gestalt

5) kunst.gestalt

 

Die Sektion schrift.gestalt würde die Veröffentlichung von Einzelbüchern und Buchreihen, einer Vereinszeitschrift und ggf, später auch bestimmten Schriftenreihen übernehmen, dazu natürlich die Leserdiskussionen im Rahmen des Möglichen auch öffentlich machen.

 

Die Sektion heil.gestalt kümmert sich um die gestalttherapeutischen Praxen, Institute und alle Einrichtungen, wo wesentlich auch gestalttherapeutisch gearbeitet wird. Hier müsste eine ausführliche, gut gegliederte und "handliche" Datei geführt und für alle Interessenten zugänglich gemacht werden, die sich in irgend einer Form für Gestalttherapie interessieren!

 

Die Sektion lehr.gestalt bündelt alles, was Ausbildung, Fort- und Weiterbildung betrifft, den internen Austausch dazu und die öffentliche Information darüber. Diese Sektion wird in besonderem Maße Veranstaltungen organisieren und anbieten.

 

In der Sektion kunst.gestalt bündeln sich die zahlreichen Verbindungen zwischen Gestalttherapie und den verschiedensten Kunstformen, von Tanztherapie über Klangtrancen, Psychodrama oder Maltherapie bis hin zum Einsatz bestimmter Kunstwerke in Einzel- oder Gruppentherapie. Ein Gebiet, das sicher noch entwicklungsbedürftig ist und stärker durchdrungen werden will.

 

Biografisch bedingt, möchte ich die Sektion film.gestalt besonders ausführlich behandeln. Ich kann mit meiner Erfahrung, meinen Kontakten und meinem eigenen Filmequipment (Kamera, Ton, Schnitt) auch die Produktion / Herstellung von Filmen und Filmreihen übernehmen. Für den Vertrieb der Filme auf VHS-Cassetten (später auf DVD-Bildplatten) sollte ein Verlag gewonnen werden, der den Cassetten auch vom outfit / cover her ein einheitliches Bild mit hohem Wiedererkennungswert verleiht.

 

Die Filme werden in der Regel verkauft, (an Mitglieder zum Vorzugspreis), zum Teil aber auch gegen Gebühr und Porto ausgeliehen. Die verfügbaren Filme werden in der Mitgliederzeitschrift und im Internet angeboten.

Geeignete Filme werden über die Öffentlichkeitsarbeit auch den Fernsehredaktionen zur ausschnittweisen Übernahme und anderen Medien zur "plastischen" Information überlassen.

 

Es sind ganz unterschiedliche Ebenen, die von film.gestalt ausgeleuchtet werden können. Hier meine bisherigen Ideen:

 

  1. film.gestalt special: "Gestalt-Therapie – was erwartet mich da? Was kann ich mir darunter vorstellen?

Ein großer anspruchsvoller Dokumentarfilm für interessierte Laien, Journalisten, Gesundheitspolitiker, Ärzte und andere Multiplikatoren, die Klienten wohlwollend auf die Gestalttherapie hinweisen können. Der Film beschreibt anschaulich das Prozessgeschehen in der Gestalttherapie und erläutert deren wichtigste Grundsätze.

 

b) film.gestalt: im gespräch

Eine Reihe insbesondere für Therapeuten und Auszubildende. Besondere Gespräche zwischen Gestalttherapeuten, mit Prominenten, einem Politiker, einem Philosophen usw. über besondere Themen. Es muss also immer etwas und jemand Besonderes sein, Menschen mit Ausstrahlung, an die man sonst ja "nicht dran kommt", die etwas Wichtiges zu sagen haben.

 

Beispielsweise könnte eine solche Folge heißen:

Frank M. Staemmler spricht mit Erving Polster darüber, welche Bedeutung die "kultivierte Unsicherheit" in seinem Therapeutenleben hat(te),

 

oder

Wolf Lindner im Gespräch mit Daniel Rosenblatt: "Gestalttherapie für Anfänger"

In dieser Reihe hätten auch Platz Streitgespräche zwischen prominenten Gestalttherapeuten (z. B. Petzold ./. N.N.) oder mit Vertretern anderer Disziplinen.

 

c) film.gestalt: blick in die praxis

Beispiele für therapeutisches Arbeiten insbesondere im Hinblick auf aktuelle gesellschaftliche Herausforderungen, z. B.: Was kann Gestalttherapie in welcher Form anbieten für Mobbing-Betroffene, für Langzeitarbeitslose, für die Opfer von Verbrechen, für Katastrophenopfer (Überlebende oder Hinterbliebene) usw. In dieser Reihe können aber auch Therapeuten besondere Aspekte ihres Arbeitens darstellen und erläutern.

 

d) film.gestalt: "das ist mein leben"

Eine lockere Reihe, in der Klienten gemeinsam mit ihren Therapeuten ihre Lebensgeschichte und ihre Veränderungsprozesse mit Hilfe von Gestalttherapie darstellen. (Ist besonders interessant für die Übernahme ins Fernsehen). (Eine qualitative – wenn auch keine quantitative – Beweiskette für die Wirksamkeit von Gestalttherapie!)

 

e) film.gestalt: "wir über uns"

Kliniken, Gestalt-Institute, andere Einrichtungen stellen sich und ihre Arbeitsweise vor.

 

Diese Reihe kann als Cassette auch ausgeliehen werden. Kleine Ausschnitte können ins Internet gestellt werden (sowohl von der Einrichtung selbst als auch von gestalt e.v. / heil.gestalt). Diese Filme können auch für Krankenkassen, KV’s und für den Verteiler "Ärzte für Psychotherapie" interessant sein.

 

f) film.gestalt aktuell ("Monatsschau")

Hier kann man alles unterbringen, was aktuell interessant ist. Zunächst werden es Filme über Kongresse, Gestalt-Tage, Fachtagungen sein. Später kann man überlegen (wenn wir das leisten können und genügend Interesse besteht), ob man regelmäßig eine aktuelle Cassette anbietet ("Monatsschau").

 

Das Ganze läßt sich natürlich nur Schritt für Schritt aufbauen. Wenn wir aber nach vielleicht zwei Jahren hinreichend Erfahrung mit der filmischen Umsetzung therapeutischer Thematiken haben, vielleicht auch schon einige Aufmerksamkeit in den Medien, wäre es gut, im ZDF oder in 3sat eine "Konkurrenz"-Reihe zu "Lemmle live" im Südwestrundfunk anzustreben und zu installieren. Unser Konzept wäre jedenfalls menschenfreundlicher, indem es die Betroffenen nicht nur akustisch vorkommen läßt.

 

Wenn wir die "Quadratur des Kreises" hinkriegen, Therapie im Fernsehen so zu zeigen, dass die Intimsphäre respektiert bleibt, Voyeurismus und Sensationslust ausgeblendet werden und die Selbstdarsteller ausgespart bleiben – dann haben wir gewonnen, und die Reihe wird laufen!

Wolf Lindner

Nordheimstraße 5, 60596 Frankfurt/Main

Tel. (069) 70 79 49 10 oder (0179) 527 86 11

Geboren 1946 im Vogtland.

1967 bis 1970 Studium an der Hochschule für Fernsehen und Film in München. Rund 35 Jahre Tätigkeit als Filmautor und Regisseur für ARD und ZDF. Seit 2002 im ("aktiven") Vorruhestand.

Seit 1982 regelmäßige Teilnahme an Gestalt-therapiegruppen des Zentrums für Gestaltherapie in Würzburg.

Seit 2001 in Ausbildung zum Gestalttherapeuten bei Dr. Barbara Staemmler in Würzburg. 

Seit 1968 arbeite ich als Autor, Regisseur, Reporter und Redakteur für das öffentlich-rechtliche Fernsehen in Deutschland – bis 1991 freiberuflich und schwerpunktmäßig für den Hessischen Rundfunk, außerdem für den Westdeutschen und Norddeutschen Rundfunk sowie das ZDF. 1991 Wechsel auf eine feste Stelle beim ZDF: erst KENNZEICHEN D in Berlin, dann Hauptredaktion Gesellschaftspolitik in Mainz mit Zulieferungen zu ARTE und 3sat.

 

In diesen 35 Jahren entstanden unter meiner Regie Informationssendungen aller Sparten und Formate in Längen zwischen 30 Sekunden und 90 Minuten. Bedingt durch Umstrukturierungen im ZDF geriet ich auf eine Art Abstellgleis und ließ mich deshalb Mitte 2003 im Rahmen des Rationalisierungsschutz-Tarifvertrages bis zur Pensionierung von der Arbeit beim ZDF freistellen. Seitdem arbeite ich wieder freiberuflich in der kleinen Produktionsfirma meiner Lebensgefährtin (bbfilm Birgit Becker) und widme mich der Ausbildung zum Gestalttherapeuten. In diesem Rahmen biete ich auch Gestalt-Psychotherapie an und arbeite z. Zt. regelmäßig mit drei Klient/innen.

 

Zur Gestalttherapie kam ich 1982 während einer Lebenskrise. Seitdem nehme ich ein bis drei Mal im Jahr an Gruppen teil bei den Therapeuten Frank-M. Staemmler, Barbara Staemmler, Werner Bock, Norbert Pöhm und Olaf Engelhardt. Hinzu kamen zusätzliche Einzeltherapiephasen bei Olaf Engelhardt und Karin Guhn-Weiss. Aus uneingeschränkter Überzeugung von der Gestalttherapie begann ich schließlich 2001 mit der Ausbildung zum Gestalttherapeuten. In den letzten Jahren habe ich verstärkt Fernsehsendungen gestaltet, die nur mit einer therapeutischen Haltung realisierbar waren oder direkt Gestalttherapie zum Inhalt hatten.