fritz letsch, theaterpädagoge,
im KollegEnkreis entwicklungsdienst
theater - methoden

in der Paulo-Freire-Gesellschaft eV

September 1997, aktualisiert August 2004
Anhang Juli 2005

Theater als Weg zum Dialog
.
Zusammenstellung zum Festival
"Business goes Theater" in Hof

Theater- Methoden in der beruflichen Bildung

Theater hatte immer schon die Aufgabe, Vorschläge und Fragestellungen zur grundlegenden Interpretation und Veränderung der Welt in Bildern zu gestalten, nun hat sich der Gedanke des lebendigen Theater-Dialogs, wie er schon Piscator und Brecht vorschwebte, mit neuen Formen auf den Weg ins alltägliche Leben gemacht.

In der Bildungsarbeit, in Kommunikations- und Konflikttrainings, in Ausbildung und Therapie, aber auch im betrieblichen Leben werden dialogische Theaterformen vor allem da eingesetzt, wo es, wie z.B. im interkulturellen Bereich, um mehr als Wissen oder eindimensionale Fertigkeiten geht: Kinästhetisches und vor allem selbstgesteuertes Lernen hat sich als weit einprägsamer erwiesen, als alle wortreiche Belehrung, die je an uns herabgerieselt ist.

Die Verbreitung des anschaulichen Dialogs ist vor allem in sozialen und kulturellen Brennpunkten fortgeschritten: Die neuen Berufe der Mediation und des Konflikttrainings haben dabei Erfahrungen gesammelt, die auch für die alltägliche Umsetzung in Problemfeldern, Interessens- und Innovationskonflikten und vor allem in der Zukunftsplanung dienlich wären.

Für den Bereich gemeinsamer Planung und Zukunft hat sich ein breites Spektrum um die Zukunftswerkstatt nach Robert Jungk entwickelt, das zwischen Zukunftskonferenz (z.Bonsen) und Bürgerforum (Sellnow) vor allem im (Stadt-) Planerischen Bereich intensive Anwendung findet.

Theater als Sprache
In der Theorie dürfte Goffmann für die Soziologie mit den Interaktionsritualen(1) und seiner Arbeit Wir alle spielen Theater"(2) die Grundlagen in der breiten Anwendung für den Gedanken geschaffen haben, das alltäglich Verhalten nach Spiel-Elementen zu untersuchen und die Rituale unseres Benehmens damit auch veränderbar zu denken.

Für die Pädagagogik hat der Brasilianer Paulo Freire(3) Impulse gegeben, die denen von Carl Rogers für die Therapie entsprechen: Freire setzt sich erbittert gegen das Trichterprinzip" im Bildungswesen zur Wehr, das darin besteht, daß der Lehrer alles weiß und lehrt, während die Schüler nichts wissen und belehrt werden."(4)

Die aktuelle Systematisierung dialogischer Theater-Methoden als Element des Alltags ist Augusto Boal(5) zuzuschreiben, der mit der Methode des Forum-Theaters ein Instrument geschaffen und weiterentwickelt hat, als Joker" auch mit großem Publikum im offenen Dialog Szenen zu bearbeiten, die von einer Schauspieler- oder Beteiligten-Gruppe vorbereitet worden waren.

Theater-Methoden im betrieblichen Bereich
Die Übertragung der Methoden der Bildungsarbeit, in denen es vorwiegend um Lehr- und Lernsituationen, aber genauso um Blockaden, Mißverständnisse und Probleme der Zusammenarbeit, nicht zuletzt aber auch der Kompetenz und unsicherer Hierarchie geht, hat in erster Linie auf die Situaton der Beteiligten von ihrem Hintergrund und ihrer Rolle auszugehen.

Methoden im Überblick Der

Das STATUEN-THEATER kann den Blick schärfen: Wo haben wir Druck, woher kommt er, wo gebe ich nach? Der Blick für den Körper löst ein Tabu unserer Kultur. Es gibt uns jeweils die Kerne für die Weiterarbeit in den folgenden Methoden.

BILDER -THEATER schult den gemeinsamen Blick auf Haltungen, Bezüge, Verhaltensweisen und Reaktions- Mechanismen, die uns einengen und berechenbar machen. Es sucht nach Ansatzpunkten der Veränderung, kann STIMMEN HÖREN" und GEDANKEN LESEN".

Der "POLIZIST IM KOPF" und der "REGENBOGEN DER WÜNSCHE" sind hilfreiche Techniken, unsere Gedanken zu ordnen und den Blick auf die Wirklichkeit auch mit den Augen der Anderen zu üben.

FORUM-THEATER holt die Antwort für eine Problematik aus dem Publikum: Es kann eine Szene, die von einer Gruppe mit schlechtem Ausgang vorgestellt wird, anders zu Ende zu spielen, indem jemand in die Rolle der Unterdrückten einsteigt.

Der JOKER hat dabei die Spielleitung, er / sie stellt die Szene dem Publikum vor, lädt zur Veränderung ein und führt den Dialog auch für und mit den Darstellenden der Szene.

Grundlage: Der Dialog

Scheinbar wird er schon allerorten gepflegt, doch nur wenige können ihn vom wohlgemeinten Monolog unterscheiden, weil unser Schulsystem weitgehend auf diesen aufbaut: Gelungener Dialog hat tatsächlich verändernde Lerneffekte in beiden Richtungen. Jede Fälschung wird, wie auch die Verwaschungen von Team-" und Verantwortungsebenen, zumindest unbewußt erkannt und erzeugt langfristig Mißtrauen und Verweigerung, Anspannung oder Kopfschmerzen.

Wenn wir in einen gelungenen Dialog treten, erleben wir uns als ganze Menschen, ernst- und wahrgenommen und fähig, unsere Gefühle wie unser Denken auszudrücken. Wenn wir uns diesen Luxus nicht nur im Therapie-, sondern auch im Arbeitsbereich leisten, steigert das nicht nur unsere Lebensfreude, sondern auch unsere Arbeitsfähigkeit.

Dabei soll weder ein Übergriff in die Privatsphäre, noch eine platte Verbrüderung erfolgen, sondern ein offener Austausch aus Positionen erarbeitet werden, die unsere Zsammenarbeit in den verschiedenen Aufgaben verständlich und akzeptierbar machen.

Umgang mit Belastungen

In vielen Betrieben sind gerade die Verschiebungen von Überlastung und verweigerter Anerkennung, in der Folge schlechterer Zusammenarbeit und mangelhafte Identifikation mit dem Arbeitsziel die Kostenfresser, die mit allen Plan-Systemen nicht in Griff zu bekommen sind.

Die Verweigerung richtet sich dabei im Endeffekt nicht nur gegen die Arbeitssituation, sondern in der Folge genau so gegen Gesundheit, Beziehungen und Familie. Dieser Kreislauf wird in Szenen und Bildern sehr schnell offensichtlich, wenn die eigene Haltung sichtbar oder gespiegelt wird, während die Fixierung auf die Gegenposition aufgelöst wird.

Dagegen können vorübergehende Mehrbelastungen meist ohne große Probleme angenommen werden, wenn diese tatsächlich selbst zu regulieren sind: Eine absichernde Hilfestellung ist dabei genau so einzurichten, wie eine Vorsorge zur gründlichen Entlastung nach dieser Phase.

Belastung ausdrücken können

sollte dabei ermutigt werden - ohne künstliche Dramatisierung hervorzurufen. Dafür ist die jeweilige eigene Kritikfähigkeit die sicherste Kontrolle, die wiederum weder abwiegelnd, noch taktisch, sondern menschlich offen herausgefordert werden soll. In der Folge sind dann gemeinsame Wege der Entlastung und verbesserter Zusammenarbeit zu entwickeln.

Besondere Probleme interkultureller Zusammenarbeit

werden oft durch Überkompensation kaschiert und führen gerade damit auf Dauer zu ganz besonderen Anspannungen und Mißverständnissen. Aus manchen gut gemeinten Gesten und Verhaltensweisen werden Klischees, denen sich vor allem anpassungsfähige MitarbeiterInnen nicht ausgestzt fühlen wollen. Kulturelles Verständnis, das der Person weder Assimilierungsdruck noch Schubladen- Verhalten entgegenbringt, kann mit jedem Menschen neu beginnen.

Mein Körper - ein unbekannter Dienstleister?

Die allgemeinen Krankmacher an den Arbeitsplätzen werden durch die Berufsgenossenschaften schon behandelt, aber die Belastungen durch falschen Umgang mit dem eigenen Körper werden noch weitgehend vernachlässigt. Je mehr uns die Mitarbeitenden wert sind, um so mehr sollten wir sie befähigen, mit ihrer eigenen Gesundheit und krankmachenden Faktoren umzugehen.

Das Bewußtsein dafür muß oft erst gemeinsam entwickelt werden, da außer den üblichen Suchtproblematiken (zwischen Kaffee, Nikotin, Tabletten und Alkohol) viele Menschen sich an ihr spezielles eingefahrenes Verhalten klammern, sich oft sogar darüber definieren. Diese Verhaltensweisen können nicht durch Kritik von aussen, sondern nur durch eigene neue sichernde Hilfen abgelegt werden.

Ganzheitlich Denken sichert Qualität

In der Theaterarbeit gehen wir von Fuß bis Kopf durch den ganzen Körper, nehmen ihn wahr und achten auf seine Ausdrucksfähigkeit. Im spielerischen Umgang mit neuen Ausdrucksformen entwickeln wir eine andere Vertrautheit und gleichzeitig den sicheren Umgang mit den eigenen wie den Grenzen der Anderen.

Nicht zuletzt gibt ein realistischer Anklang der spirituellen Hintergründe unseres Lebens, die in Sekten und Psychokulten so oft mißbraucht und verdreht oder falsch betont werden, Verankerung in den Bildern der alten Religionen, Heilweisen der Schamanen und Bewußtsein für die eigenen Kräfte der Konzentration um Körper und Ausstrahlung, Gesundheit und Kraft.

Das Element Zeit" als unsere endliche Dimension gewinnt im Verständnis der Arbeit oft erst Gewicht, wenn sie nicht mehr reicht, abgelaufen ist oder knapp wird. Dagegen helfen nur wirklich realistische Planungen, in die auch unsere dynamischen Grenzen aufgenommen werden sollten. Der Regie-Blick kann dabei genau so Hilfe sein wie klassische Theaterthemen.

Was heißt Betrieb: Wirbel oder kreative Ordnung?

Wenn die Betriebsamkeit zur alltäglichen Ruhe oder zur Erlahmung abgeklungen ist, helfen Appelle am Wenigsten weiter: Gemeinsame Planung, Weiterentwicklung und auch die Ermöglichung konstruktiver Kritik werden Schlüssel der Zukunft.

Wir haben die Formen konstruktiver Kritik und weiterentwickelnder Reflexion nicht gelernt: In den Schulen herrscht Bewertung und Beurteilung, in den Betrieben Abrechnung und Konkurrenz: In Team-Entwicklungen sind aber ehrliche und nicht-herabsetzende fachliche Auseinandersetzungen die Grundlage für gemeinsame Veränderungen.

Wertungsfreie Stile sind zuerst oft ungewohnt und wirken manchmal wie die verschraubten Formeln der Zeugnisse oder die oft falsch verstandenen Sprachregelungen des Positiven Denkens". In spielerischer Erprobung können wir für die Teilnehmende stimmige Formen finden, die von ihnen dann auch selbständig reflektiert und weiterentwickelt werden.

Das Spannungsfeld zwischen zuverlässiger Diensterfüllung und kreativer Veränderung ist oft durch hierarchische Mißverständnisse, aber auch durch Aufsichtspflicht und Verantwortung geladen: Viele Betriebe haben inzwischen begriffen, daß nicht nur teure Entwicklungsabteilungen, sondern die Breite der Beschäftigten mit- und weiterdenken kann.

Trotzdem ein Bild von ganz Oben":

Die kreativen Räume des Walt Disney

Der Entwickler so vieler verschiedener Projekte hatte sich eigene Arbeitsräume eingerichtet, die unter den folgenden Schwerpunkten geordnet waren:

Durch die Trennung der einzelnen Bereiche hat er ein Spannungspotential aufgebaut, das der Dialektik in der alten Jesuitenregel These - Antithese - Synthese" entspricht und schon den Schritt zur Überwindung der Widersprüche mitdenkt.

Dagegen wirken die hier so oft üblichen Polarisierungen in Pro und Contra" mittelalterlich, halten an den alten Problemen fest und wollen nicht den Weg zu einer Lösung einschlagen. Die Bilder der Parteipolitik prägen uns dabei mit der gleichen Depression wie die alten duale Feindschaften, die beide Gegner in ihrer Ver-rücktheit gefangenhalten.

Das System Zukunftswerkstatt nach Robert Jungk

Zukunftswerkstatt als Schneeball-System

Robert Jungk hatte die Vorstellung, daß sich das Modell der Zukunftswerkstatt von selbst in allen verschiedenen Bereichen verbreiten würde, bis auch Schulklassen selbständig und selbstverständlich damit arbeiten würden. Dabei hat er die Trägheit und die Selbstverteidigungs- Mechanismen unserer alten Systeme unterschätzt: Einerseits ist bei den meisten unserer heutigen Gruppen eine aussenstehende Moderation nötig, andererseits ist das Fachwissen in verschiedenen Berufs- und Marktstrukturen hängengeblieben, statt in die breite Bevölkerung zu gehen.

Die Erlebnisse in vielen Werkstätten sind oft so intensiv und beunruhigend vielschichtig, daß sich viele TeilnehmerInnen nicht an einen eigenen Versuch wagen, manchmal aber auch so enttäuschend, daß neben den zu hoch gesteckten Erwartungen auch die Methode verabschiedet wird.

Dagegen gab es aber eine Ermutigung von Robert Jungk, die im Umkreis der ModeratorInnen als der Jungk'sche Schulterschlag" bezeichnet wird: Versuchen Sie's doch einfach mal! (6)

Das Modell Zukunftswerkstatt erleben

Die Idee und ihre Entstehung sind in etlicher Literatur ausführlich beschrieben(7), hier nur in kurzen Anmerkungen:

Das Thema gemeinsam klären

Für eine Einladung wird ein Thema festgelegt, in einer ersten Runde wird das Verständnis und Interesse der Einzelnen daran ausgetauscht.

Drei Schritte: 1. Kritik und Analyse

Was uns stört oder hemmt, was uns krank macht, was uns manchmal verzweifeln läßt: Von den kleinen Störungen bis zu größeren Hindernissen, dazu gehören natürlich auch Funktionen unserer Gesellschaft, Probleme der Arbeit in einer begrenzten Welt.

Zu dieser Phase brauchen wir oft mehrere Einstiege, und manchmal ist es sogar angebracht, uns mit unseren eigenen Grenzen auseinanderzusetzen. Ein regelmässiger Wechsel der Methoden(8) von Gruppen- Paar- oder Einzelarbeit ist dabei immer hilfreich.

Hier brauchen wir unsere ganze professionelle Fähigkeit von Planung und Arbeitsteilung, sowie die Einbeziehung von Fachleuten, Partnern und Freunden für die Ziele, die uns wirklich wichtig sind.

Vereinbarungen und Reflexion der gemeinsamen Arbeit

Unsere letzte gemeinsame Kontrolle der Ergebnisse auf Anwendung und Verwirklichung, aber auch verlässliche Vereinbarungen zur Weiterarbeit oder zur permanenten Zukunftswerkstatt(9)", wie sie sich Robert Jungk vorgestellt hatte: Wir halten wir unsere gemeinsame Arbeit im Blick?

Die Zukunftskonferenz und das Bürgerforum

Weiterentwicklungen der Methoden in den verschiedenen Bereichen sind durch Unternehmensberatung und Planungsbüros sowie durch den Volkshochschulverband formuliert und erprobt worden, um die gesamte Energie der Beteiligten in innovative Prozesse einzubeziehen, die sich sonst in Unruhe und Widersprüchen ausdrücken.

Die Neu-Heit des Forschens

Unsere Schulen haben in der Art der allgemeinen Belehrung wenig Grundlagen für eigenständiges und gemeinschaftliches Forschen anzubieten, weil die meisten Lehrkräfte selbst nicht dazu ausgebildet sind(10). Partzipative Forschung und Reflexion kann die gesamte Offenheit der Ideen schaffen, Mißerfolge vorwurfsfrei untersuchen und als Erfahrung nutzbar machen.

Theater-Methoden bieten dabei Gelegenheit, zuerst durchaus mit Verkürzungen und Klischees, dann aber immer genauer zu untersuchen, wie und wo Verhaltensweisen und Strukturen erneuernde Ideen zurückhalten.

Selbststeuernde Strukturen

Eine weitgehende Entlastung ist durch die Verteilung von Verantwortung an die jeweils niedrigste kompetente Stelle zu erreichen: Diese zur Übernahme einer über den eigenen Tellerrand blickenden Haltung und zur Lust an fließender Mitwirkung zu motivieren, ist ein Kunstwerk, das zwischen Ermutigung und Fortbildung entstehen kann.

AGENDA 21: Zukunftsfähigkeit

Die Beschlüsse der Konferenz für Entwicklung und Klimaschutz von Rio wurden zuerst für unwirksam gehalten, weil sie weder größere Finanzierungen noch Sanktionen enthielten. Trotzdem (oder gerade deswegen) hat sich daraus eine Bewegung entwickelt, die jenseits kurzfristiger Profitvorstellungen eine neue Qualität des Denkens entwickelt: Zukunft.

Gegenläufig zu den unruhiger und enger werdenden Arbeitsmarkt- Situationen bauen sich dabei Netze auf, die Kompetenzen und politische Verantwortung zusammenbringen und über die bestehenden Parteienkonfrontationen hinweg neue Wirkungsfelder entwickeln.

Wo diese Initiativen bisher zu neuem Gemeinde-Denken beigetragen haben, entstehen viele Projekte, die mehr als nur regionale Bedeutung haben: Bilder von Lebensqualität und Nachbarschaft zeigen dabei deutliche Wünsche. Von Tauschringen bis zu Nahverkehrs-Konzepten, Eine-Welt-Bewußtsein und Lebensstil werden Impulse für Regionalentwicklung gegeben, die im Wirtschaftsbereich aufmerksam verfolgt werden sollten.

Autor und weitere Veröffentlichungen

Fritz Letsch, seit 1981 freiberuflich in der Theaterpädagogik und in der Entwicklung kommunikativer Bildungsarbeit, in Berufsfortbildungen und an Fachhochschulen tätig.


Alfabetisierung der Sinne
in: image 53, Zeitschrift der Kath. Hochschulgemeinde Würzburg 1982

Aktionstheater als Schritt in die Öffentlichkeit, Neue Theaterformen in der Jugendarbeit
in: jugendnachrichten, Zeitschrift des Bayrischen Jugendrings 1987

Bewußtseinsbildung in der Theaterarbeit
in: Befreiung und Menschlichkeit, Texte zu Paulo Freire, Hrsg: Heinz Schulze u.a. AG SPAK 1991

Die Arbeit am Tabu: Lehren und Lernen mit Boal, Werkstattgedanken
in: Freire-Brief 48/49-91 und: Gebraucht das Theater, Die Vorschläge Augusto Boals: Erfahrungen, Varianten, Kritik. Hg. Bernd Ruping, Bundesvereinigung kulturelle Jugendbildung Lingen + Akademie Remscheid 1991

Zukunftswerkstatt - Utopie: Vom Problem zum neuen Projekt
in: das KulturBureau, Handbuch zur Organisation, Entwicklung, Aufbau und Absicherung von Projekten im kulturellen und sozialen Bereich, Hrsg. Para-SOL e.V. Autorenteam Regensburg 1992

Werkstätten in der Bildungsarbeit, Werkstatt als Arbeitsweise in der Moderation
in: Aktivierende Methoden für größere Veranstaltungen der politischen Bildung, WDÖFF Bonn & AG SPAK 1993

Utopie als Lust an der Krise
in: das KulturBureau II, Aufbau und Absicherung des eigenen Arbeitsbereiches, Hg. Para-SOL e.V. Regensburg 1994

Reale Theaterarbeit in sozialen und pädagogischen Berufen
in: Professionelle Kompetenz in der befreienden Pädagogik, Zeitschrift für befreiende Pädagogik 2/3 1994

Bericht aus Kroatien, Theatermethoden in der Flüchtlingsarbeit / Better Sweden?
Bericht für Regenbogen Bayern 1994, Kurzfassung in: Medizin und Gewissen, Der Mensch nimmt sich mit, wenn er wandert, München 1996

Lernen zurückerobern, Theater-Werkstatt-Arbeit als kooperative Arbeitsform
in: Kulturen des Lernens, Bildung im Wertewandel, Hg. von Hannelore Zimmermann, talheim 1995

Lernen von der Dritten Welt, "Von Rio nach Kopenhagen",
in: Materialien für die bundesweite Fachtagung "Der Nord-Süd-Konflikt in der Bildungsarbeit" Celle Mai 1995

Stimmkonzert. Eine soziale Erfahrung? Interferenzen.
in: Korrespondenzen, Zeitschrift für Theaterpädagogik, Reader zur Tagung "Soziales Lernen und Ästhetische Erfahrung" Berlin Februar 1995

Auf dem Weg zu einem Theater der Veränderung? Das Theater der Unterdrückten in europ. Anwendungen in: Es braucht Mut, glücklich zu sein, Zeitschrift für befreiende Pädagogik 10- München 1996


Anmerkungen und Literatur:

1. Erving Goffmann: Interaktionsrituale, Über Verhalten in direkter Kommunikation, Frankfurt 1986 zurück zum Text

2. ders: Wir alle spielen Theater, Die Selbstdarstellung im Alltag, München 1969 zurück zum Text

3. Paulo Freire: Pädagogik der Unterdrückten, Bildung als Praxis der Freiheit, Stuttgart 1971 zurück zum Text

4. Carl R. Rogers: Die Kraft des Guten, Ein Appell zur Selbstverwirklichung, München 1978, S. 124 zurück zum Text

5. Augusto Boal: Theater der Unterdrückten, Übungen ... für Schauspieler und Nichtschauspieler, Suhrkamp-Taschenbuch, Frankfurt 1989 zurück zum Text

6. wobei er der Angesprochenen freundlich die Hand auf die Schulter legte. zurück zum Text

7. Robert Jungk und Norbert Müllert: Zukunftswerkstatt, Goldmann odr Heyne-TB zurück zum Text

8. Beate Kuhnt, Norbert R. Müllert: Moderationsfibel Zukunftswerkstätten, verstehen, anleiten, einsetzen, Ökotopia Münster zurück zum Text

9. Eine Methode für wirklich zukunftswillige Arbeitsgruppen: Regelmässige Werkstätten mit Auswertung der Hindernisse. zurück zum Text

10. Fritz Letsch: Lernen zurückerobern, in: Kulturen des Lernens, Bildung im Wertewandel, Hg. Hannelore Zimmermann, Mössingen 1995 zurück zum Text


mein persönlicher Bericht zum Festival in Hof 1997 Kann man Theater kaufen?
Programm und Mitwirkende 1998 http://www.hof.baynet.de/~bgot

die neue Entwickung: Visionstheater


ein grundlegender Artkel zum Theater der Unterdrückten: Bewusstseinsbildung in der Theaterarbeit  bewusstseinsbildung


Dokumentation im joker-netz: forum zu partizipativen Arbeitsweisen
Theater-Methoden und Gestalt-Gruppen zur politischen Beteiligung

forum zur Gestaltpädagogik und Theater

Jeder Mensch fühlt sich ernst genommen, wenn er zu Wort kommt. *

Wenn eine Vorstellungsrunde, eine Runde zur persönlichen Befindlichkeit oder zur aktuellen Situation eine Arbeitsgruppe eröffnet,
ist die emotionale Beteiligung weit höher, als wenn nur die Leitungsposition formal eröffnet und spricht.

Trotzdem muss diese einfache Form in der Gruppe erst einmal eingeführt,

ritualisiert werden, damit sich alle daran gewöhnen und halten:


Runde heisst eben nicht, in der Runde in ausführliche Monologe zu verfallen, sondern den Anwesenden eine für sie bestimmte,

gemeinsame Information zu geben, sie dabei auch anzusehen, ohne in Dialoge zu gehen.


So, wie wir in guten Familien den Stil des Benehmens lernten,

brauchen wir einen Stil der beteiligenden und partrnerschaftlichen Gesprächsführung auch in Gruppen.


Die Steigerungen sind dann Moderationsformen wie Open Space, in denen im Vertrauen auf die Verwirklichung der Interessen der Einzelnen

die gemeinsame Arbeit in vielen kleinen Gruppen so organisiert wird, dass alle davon erfahren und profitieren, so weit sie sich einbinden.


eine schöne Diskussionsgruppe dazu im Netz:

http://de.groups.yahoo.com/group/openspacedeutsch/


* Jeder Mensch wird liebenswert,

wenn er zu Wort kommt? hiess es bei Hermann Hesse?

Eine Tagesordnung ist für Arbeit,

eine Themenrunde für den Austausch.


Eine Dialog-Runde wie bei David Bohm* macht sehr lange Pausen,

zum Nachschwingen lassen und zum Reifen der nächsten Beiträge.


In der Runde kommen alle zu Wort, die Aufmerksamkeit und notfalls die Moderation

geben Echo, Reaktionen, machen auf Pausen aufmerksam.


Doch wie entstehen Rechte der Partizipation?

In der Gruppe durch Vereinbarungen:

Wer organisiert den Raum, kostet er Miete? Geht es über offene Spenden?


Einfach umgelegte Teilnahmebeiträge können schon eine Beschränkung sein,

denn Armut ist eine verschämte Grenze, die oft nicht ausgesprochen wird.


* David Bohm: Der Dialog, Das offene Gespräch am Ende der Diskussionen

Klett-Cotta Stuttgart 1998


_______________________________________

ein anderes theater ist möglich:

forum zur Gestaltpädagogik und Theater

Forum-Theater als intensive Kurz-Supervision

In der Arbeit mit Berufsgruppen wie Alten- und KrankenpflegerInnen
und vor allem in ihren Aus- und Fortbildungssituationen wurde die hervorragende Möglichkeit sichtbar,
belastende persönliche Erlebnisse auszutauschen, fachlich einzuordnen
und gemeinsam neue Reaktionsmöglichkeiten an Hand der Erfahrungen der anderen zu entwickeln.

Konfliktaufstellungen:

der Mann in Gips

Sterbesituationen gestalten

Sterben für Angehörige

Macht und Verantwortung in der Hierarchie

Kollegiale Kasse der Anerkennung - für einen gemeinsamen beeseren Zweck

_______________________________________

Forum-Theater zur Arbeit mit chronisch Kranken (früher Altenpflege)

http://home.arcor.de/Letsch/chronisc.htm

Forum-Theater in der Altenpflege Aus- und Fortbildung, auf ...

Theater-Methoden in der Pflege-Ausbildung, Information zur Altenpflege, Supervision, Fortbildung,

http://home.arcor.de/letsch/pflege.htm

Eineweltnetz ist Möglich: Forum-Theater

mit etwa 20 teilnehmenden werden forum-theater-szenen zu den themen in der bandbreite von ... Mir ist kalt - Forum-Szenen zur Altenpflege, in der Arbeit mit ...

http://home.arcor.de/Letsch/ewnforum.htm

Theater in der Altenpflege 3. Projekt im Nov-Dez 2002 Forum-Theater mit AltenpflegerInnen und -SchülerInnen zur Berufs-Information und zur qualifizierten ...

http://home.arcor.de/letsch/homepage.htm

TNM Neterview - Augusto Boal: Ein Mythos zwischen Politik und Theater

'96, FL) und kümmert sich um die Verbindung zwischen Theater und Politik. ... die Hospitäler der Stadt Rio de Janeiro keine Altenpflege / Geriatrie haben. ...

http://home.arcor.de/Letsch/netviede.htm

Paulo Freire Gesellschaft eV - früher auch zeitschrift für befreiende pädagogik

gsundheit bringt die Theater-Arbeit der Migranten-Kids 2003 ... Für Demokratie und Beteiligung Szenen aus der Altenpflege am Marienplatz 2003 ...

http://home.arcor.de/Letsch/paulo-fr.htm

forum zur partizipativen Pädagogik nach Paulo Freire, zu Beteiligung und Rechtenforum zur Theaterpädagogikforum zur Gestaltpädagogik und Theaterforum zu Zukunftswerkstättenforum zur interkulturellen Arbeitforum zum Legislativen Theater und zu politischer Veränderungforum zu Community und Gemeinsinn-Werkstättenforum zu Selbsthilfe und SelbstorganisationZW VorbereitungenNetzwerk Verein Gemeinsinn

zurück zur homepage